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Young Boys: "Gute Chancen" für Qualifikation



YB-Abwehrspieler Scott Sutter kämpft um den Ball gegen Ricardo Cabanas von Grasshoppers während einem Super League-Match.

YB-Abwehrspieler Scott Sutter kämpft um den Ball gegen Ricardo Cabanas von Grasshoppers während einem Super League-Match.

(Keystone)

Tottenham Hotspur mag zwar als Favorit für die Qualifikation für die Gruppenspiele der Uefa Champions League gelten. Doch ihr Gegner, die Young Boys, sollte nicht vorschnell abgeschrieben werden, sagt YB-Verteidiger Scott Sutter gegenüber swissinfo.ch.

Mitte August sorgten die Berner Young Boys für nicht wenig Aufsehen, als sie das Londoner Team Tottenham Hotspur im Stade de Suisse 3:2 besiegten, und zwar im Hinspiel der zwei Qualifikations-Matchs für die Champions League. Nun folgt am Mittwoch Abend das Rückspiel in London, im White Hart Lane-Stadion.

Für YB spielt seit Juni 2009 auch der in Enfield bei London geborene Scott Sutter, ein langjähriger Fan von Tottenham Hotspur. Sutters Mutter ist Engländerin, sein Vater Schweizer.

Der 24-jährige Sutter, heute rechter Aussenverteidiger von YB, spielte für die Nachwuchs-Teams von Millwall, Barnet, Aston Villa und Charlton, bevor er mit 16 Jahren nach Zürich zu den Grasshoppers kam.

Als Zehnjähriger besass er bei Tottenham Hotspur sein erstes Saison-Abonnement.

swissinfo.ch: Wie fühlt es sich an, am nächsten Mittwoch im Stadion von Tottenham Hotspur in London zu spielen?

Scott Sutter: Ich bin natürlich sehr aufgeregt: Nach London zu fliegen, wo ich aufgewachsen bin, im leeren White Hart Lane-Stadion zu trainieren, vom eigentlichen Spiel gar nicht erst zu sprechen!

swissinfo.ch: Wie schätzen Sie die Chancen von YB ein, sich für die Gruppenspiele der Champions League qualifizieren zu können?

S.S.: Ins Hinspiel stiegen wir als totale Outsider ein. Dabei bleibt es auch, besonders beim Rückspiel in White Hart Lane, wo wir die Gäste sind.

Dennoch erachte ich unsere Chancen als gut. Denn in der Vergangenheit haben wir gezeigt, dass wir besser spielen, wenn wir es auswärts tun.

Letztes Jahr schlugen wir Atletico Bilbao 1:0, und in Istanbul siegten wir 1:0 gegen Fenerbahce. Deshalb sollte uns niemand vorschnell abschreiben. Ein oder zwei Tore sollten wir schon schaffen.

Wir sollten Freistösse und Eckbälle der Spurs auf ein Minimum beschränken, weil offenbar der Gegner gerade in diesem Bereich stark ist.

Wenn das Spiel für uns gut beginnt, dann ist uns eine gute Chance gewiss. Wir wollen das Spiel ja gewinnen, und nicht nur ein 0:0 oder 1:1-Unentschieden erreichen.

swissinfo.ch: Was geschah mit den Spurs in der ersten Halbzeit, mit 3:0 nach bereits 30 Minuten Spielzeit?

S.S.: Ich denke, sie waren geschockt über den Spielstart. Fast sicher haben sie uns unterschätzt. Aber das ist auch verständlich, denn nur wenige Leute in Europa kennen die Schweizer Fussball-Meisterschaften.

Der Unterschied aber zwischen Teams wie Tottenham oder anderen in der Top League und den Schweizer Top Teams ist so gross auch wieder nicht - das hat sich verschiedentlich gezeigt.

Ich war nicht sonderlich überrascht, wie schlecht sie waren. Wir verteidigten gut und begannen auch gut. Doch in White Hart Lane wird alles anders sein. Für den Gegner wird das ein Heimspiel.

swissinfo.ch: Gab der künstliche Rasen in Bern den Ausschlag zum guten Abschneiden von YB?

S.S.: Ich denke, der Rasen spielt eine unbedeutende Rolle. Sehr erstaunt bin ich aber, wenn ich höre, wieviel Leute sich über den künstlichen Rasen beklagen. Als ich für Grasshoppers in Bern auf künstlichem Rasen spielte, fiel es mir kaum auf - es war kein Problem.

Spieler von Niveau der Tottenham Hotspur sollten ebenfalls keine Probleme damit haben. Ein Unterschied liegt darin, dass wir Young Boys täglich darauf trainieren.

Zwischen einem perfekt gestutzten natürlichen Rasen wie jenem in White Hart Line und dem Kunstrasen von Bern scheint mir der Unterschied nicht gross zu sein.

swissinfo.ch: Welches sind die Team-Stärken von Young Boys?

S.S.: Obschon wir alle sehr jung sind, spielen wir gut zusammen. Taktisch sind wir stark. In der letzten Saison spielten wir 3-4-3, jetzt haben wir auf 4-1-4-1 oder 4-2-3-1 gewechselt. Wir sind zum Wechsel fähig, je nachdem, wie sich das Spiel entwickelt.

Anderseits besteht unsere Schwäche darin, dass wir Tore zu schnell zulassen. Dies hat uns das Spielen in der Meisterschaft nicht gerade erleichtert. Doch üblicherweise ergeben sich für uns viele Torchancen. Doch es liegt an uns, sie auszunützen.

swissinfo.ch: Welches waren die Vorteile für Sie als jungen Spieler, in die Schweiz zu kommen statt in England zu bleiben?

S.S.: Der Hauptgrund, der mich dazu bewog, in die Schweiz zu kommen, lag in der Qualität des Trainings. Bei Grasshoppers hatten wir zwei niederländische Coaches, die uns Junioren in den Basistechniken regelrecht gedrillt haben.

Als 14-Jähriger kam ich hierher, um Erfahrungen zu sammeln. Als 16-Jähriger kam ich wieder, und da fiel mir auf, wieviel Fortschritte jeder Spieler inzwischen gemacht hatte. Das hat mir selber weitergeholfen und mein Spiel verbessert. Ich hätte dies kaum so lernen können, wenn ich in England geblieben wäre.

Von Zuhause fortzugehen und eine neue Sprache zu lernen hilft, schneller erwachsen zu werden - und zwar in allen Aspekten des Lebens, nicht nur im Fussball.

swissinfo.ch: Sie sind Doppelbürger mit einem britischen und einem Schweizer Pass. Würden Sie in Länderspielen lieber die Schweiz oder England vertreten?

S.S.: Würden mich beide Länder anfragen, entschiede ich mich für England. Dort ist mein Zuhause, denn dort wuchs ich auf. Noch heute fühle ich mich als englischer Fan. Wenn die Schweiz gegen England spielt, dann bin ich eher auf der englischen Seite.

Doch scheint mir das alles etwas weit hergeholt. Zuerst müsste man in die (englische) Premier League aufsteigen, damit ich mich für England entscheiden könnte. Wenn ich aber die Chance hätte, für die Schweiz zu spielen, würde ich dies auch nicht ausschlagen.

Simon Bradley, swissinfo.ch
(Übertragung aus dem Englischen: Alexander Künzle)

Uefa Champions League Play-off

YB hat am 17. August gegen Tottenham Hotspur 3:2 in Bern gesiegt, im ersten von zwei Champions League Qualifikations-Matchs.

Der Sieger ist qualifiziert für Gruppenspiele gegen Teams wie Barcelona, Real Madrid, AC Milan oder Inter Mailand.

Es ist das erste Mal, dass Tottenham so nahe an der Qualifikation für die Champions League herankommt.

Diese hiess früher "Europa-Cup der Landesmeister".

YB ist einer der international erfolgreichsten Schweizer Teams.

Das Team erreichte die Halbfinale des Europa-Cups in der Saison 1958-59 und die Viertelfinale des Uefa Cup in 1988.

In der Saison 2009/10 erreichte Tottenham den 4. Platz in der Premier League.

YB wurde Zweiter in der Schweizer Super League, womit sich der Club für die Play Offs der Champions League qualifziert hat.

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Young Boys (YB)

Am 14. März 1898 wurden die "Young Boys", oder "Young Boys Bern" (YB) als Fussballclub gegründet.

Seit 2005 spielt das Team in Berner Stade de Suisse (ehemaliges Wankdorf-Stadion), das
über 31'100 Zuschauer aufnehmen kann.

YB hat 11 Schweizer Fussball-Meisterschaften gewonnen und war 6 mal Schweizer Cup-Sieger.

Der Trainer zur Zeit ist Vladimir Petkovic. YB hält den 7. Platz in der Schweizer Super League nach 6 Matchs.

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Tottenham Hotspur

Tottenham Hotspur, oder Spurs, wurden 1882 gegründet.

Das Team spielt im White Hart Lane Stadion im Norden von London, das über 36'300 Zuschauern aufnimmt.

Die Spurs haben zwei Mal den englischen League Titel gewonnen, acht FA Cup Finale, vier League Cups and zwei Uefa Cups (1972 und 1984).

Der Coach ist Harry Rednapp. Zur Zeit ist Tottenham Hotspur auf Platz 7 in der Premier League nach zwei Matchs.

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