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Helpline für pädophile Priester

Freiburg mit der Kathedrale St. Michel.

(picswiss.ch)

Mit einer Telefon-Helpline will das Bistum Freiburg-Lausanne-Genf das Schweigen rund um Pädophilie in der Kirche brechen und sexuelle Übergriffe bekämpfen.

Über die Telefonlinie können sich pädophile Priester, Diakone und Laien direkt Bischof Bernard Genoud anvertrauen. Nehme ein Priester mit dem Bischof Kontakt auf, werde zwischen den beiden Parteien das weitere Vorgehen besprochen, sagte Generalvikar Rémy Berchier am Mittwoch vor den Medien.

Auslieferung an Justiz

Die Kirche werde keine pädophilen Vorkommnisse decken, sagte Bischof Genoud. Jeder Priester, der sich entsprechende Handlungen habe zu Schulden kommen lassen und sich nicht selber bei den staatlichen Behörden verzeige, werde suspendiert. Er werde auch nicht zögern, eine schuldige Person der Justiz auszuliefern.

Zu lange hätten die Bischöfe geglaubt, die Versetzung eines Priesters genüge als Massnahme, um diesem zu helfen, sagte Genoud. Die Opfer der Übergriffe ihrerseits seien zu lange dem Schweigen überlassen worden.

Transparenz im Umgang mit Krankheit

Heute gehe es darum, offen über das Problem der Pädophilie zu sprechen. Die betroffenen Mitarbeiter der Kirche müssten therapeutisch begleitet werden, schliesslich handle es sich bei der pädophilen Veranlagung "auch um eine Krankheit".

Die Telefonnummer der Helpline wurde an 800 Mitglieder der Diözese verschickt und wird in der Schweizerischen Kirchenzeitung veröffentlicht. Genoud wird laut eigenen Angaben jeden Anruf persönlich entgegennehmen.

Eine weitere Massnahme betrifft die Ausbildung der Pastoralmitarbeiter. Ihre Eignung und Fähigkeit, besonders ihr psychoaffektives Gleichgewicht, sollen vermehrt überprüft werden. Es gehe darum, schon zu Beginn mögliche Hindernisse für eine priesterliche Tätigkeit zu entdecken, hiess es.

Empfangsstellen für Opfer

Für die Opfer pädophiler Übergriffe will die Diözese laut Genoud gemeinsam mit dem Hilfswerk Caritas und den Kantonen Waadt, Genf, Freiburg und Neuenburg Empfangsstellen einrichten.

Genoud betonte die Betroffenheit der Kirche über pädophile Übergriffe und die Solidarität der Kirche mit den Opfern, besonders dann, wenn es sich bei den Tätern um Mitarbeiter der Kirche handle.

In den vergangenen Wochen sorgte der Fall eines pädophlien Priesters, der im Kanton St. Gallen mehrere Knaben sexuell missbraucht hatte, für Schlagzeilen (siehe Links).

swissinfo und Agenturen


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