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Hohe Qualität zu tiefem Preis

Schweizerinnen und Schweizer wollen auch in Zukunft ein hervorragendes Gesundheitssystem.

(Keystone Archive)

Schweizerinnen und Schweizer sorgen sich vermehrt um die freie Arztwahl und die Qualität im Gesundheitssystem. Immer mehr haben Mühe mit den Kosten.

Gemäss einer Umfrage des Forschungsinstitutes gfs.bern befürworten sie ein Bonussystem.

Für Herrn und Frau Schweizer hat Qualität erste Priorität im Gesundheitswesen. Die allermeisten wollen am Leistungskatalog der Krankenkassen-Grundversicherung nicht rütteln. Dagegen wünschen sie ein wirkliches Bonussystem.

56% der Stimmberechtigten (Vorjahr 46%) akzeptieren das Krankenversicherungsgesetz (KVG) als Basis im Gesundheitswesen. Neben den Stärken sehen sie zwar durchaus dessen Schwächen, für grosse Änderungen können sie sich aber nicht begeistern.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: rund drei Viertel der Schweizerinnen und Schweizer wünschen sich ein wirkliches Bonussystem.

Gemeint ist damit, dass sich gesundheitsförderndes und kostensparendes Verhalten konkret positiv auf die Krankenkassenprämie auswirkt, sagte Claude Longchamp vom Forschungsinstitut gfs.bern bei der Präsentation der Umfrage "Gesundheitsmonitor 2004".

Kein Abbau

Die bereits zum siebten Mal durchgeführte Umfrage des gfs bei 1200 Stimmberechtigten im Auftrag der Pharmaindustrie brachte unterschiedliche Befunde.

Zum einen wird die Qualität des Schweizer Gesundheitswesens von drei Vierteln der Befragten als gut oder sehr gut beurteilt.

Ein hoher Leistungsstandard und Wahlfreiheit stünden für die Stimmbürger an erster Stelle, bilanzierte der Branchenverband Interpharma, den die beiden Basler Pharmariesen Novartis und Roche und das Genfer Biotechunternehmen Serono bilden.

Mit ein Grund für die wachsende Zustimmung zum KVG ist laut Interpharma der Leistungskatalog: 62% der Befragten zeigten sich damit zufrieden und möchten ihn auf dem heutigen Stand belassen. Für einen Abbau sind nur 12%.

Probleme mit den Prämien

Im Kontrast zu diesen Ergebnissen stehen die steigenden Probleme bei der Bezahlung der Krankenkassenprämien. Erstmals seit dem Start der Umfrage im Jahr 1997 beklagte eine Mehrheit, die Bezahlung der Prämien sei für sie ein gelegentliches (28%) oder ein dauerhaftes Problem (24%).

Auch die Bezahlung von Zahnarzt- und Medikamentenrechnungen bereitet vielen Schwierigkeiten.

In den vergangenen vier Jahren sind die Zahlungsprobleme gemäss Umfrage stetig gestiegen und haben weitere Bevölkerungskreise erfasst.

Als wichtigste Ursachen für die steigenden Prämien werden von den Befragten unnötige medizinische Leistungen, das Verhalten der Krankenkassen, die Alterung der Gesellschaft, die Kosten durch Ärzte und Spitäler sowie die Preispolitik der Pharmaindustrie genannt. 86% sind überzeugt, dass die Kosten weiter steigen werden.

"Versicherte, die Mühe haben ihre Prämien zu bezahlen, können sich in der Schweiz an den Wohnkanton wenden. Das tun zur Zeit zwischen 30% und 40%", sagt Nicole Buillard von Santésuisse, der Vereinigung der Schweizer Krankenkassen, gegenüber swissinfo.

Kaum marktgerecht

Auch neun Jahre nach der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) verhält sich nur eine Minderheit der Versicherten marktgerecht.

In den vergangenen fünf Jahren haben nur 13 Prozent ihre Versicherung gekündigt und sind zu einer günstigeren Krankenkasse gewechselt.

Nur gerade 1% der Befragten plant konkret einen Kassenwechsel, 6% erwägen diese Massnahme. Auslösendes Moment für den Kassenwechsel ist jeweils der Prämienanstieg.

Reiche leisten sich hohe Franchisen


Die Krankenversicherten sind heute vermehrt bereit, gegen Kostenvorteile Risiken zu übernehmen. So ist der Anteil der Versicherten mit der höchsten Jahresfranchise seit 2000 von 4 auf 14% gestiegen.

Der Gesundheitsmonitor 2004 zeigt, dass es sich vor allem um Leute mit hohen Einkommen handelt, die eine Police mit hoher Franchise und entsprechend tieferen Prämien wählen.

Der Anteil der Versicherten mit der tiefsten Franchise ist seit 2000 von 52% auf 36% gefallen. Darunter sind überdurchschnittlich viele Versicherte mit tiefen Einkommen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

56% der Schweizer akzeptieren das Krankenversicherungs-Gesetz.

94% finden das Gesundheitssystem gut.

74% wollen ein Bonussystem.

Nur 13% haben in den vergangenen acht Jahren die Krankenkasse gewechselt.

Für 24% sind die Krankenkassen-Prämien ein dauerhaftes Problem.

Für 28% ist die Bezahlung ein gelegentliches Problem.

Infobox Ende


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