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Katholische Kirche der Schweiz bittet um Verzeihung für ihr Verhalten in der Nazi-Zeit

Die katholische Kirche der Schweiz bekennt sich zu den Versäumnissen während der Herrschaft der Nationalsozialisten. Laut der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) unternahm die Kirche zu wenig zur Rettung von Leben und Würde verfolgter Menschen.

Dieser Inhalt wurde am 09. März 2000 - 16:12 publiziert

Die katholische Kirche der Schweiz bekennt sich zu den Versäumnissen gegenüber dem jüdischen Volk während der Herrschaft der Nationalsozialisten. Laut der Schweizerischen Bischofskonferenz (SBK) unternahm die katholische Kirche zu wenig zur Rettung von Leben und Würde verfolgter Menschen.

"Wir bitten um Verzeihung, bedauern und bekennen", sagte Bischof Kurt Koch (Archivbild) an einer Medienkonferenz am Donnerstag (09.03.) in Bern. Dies sei aber keine Entschuldigung, denn entschuldigen könne sich die Kirche für das Vorgefallene nicht. Die Bitte um Verzeihung richte sich in erster Linie an Gott. "Wir können nicht Menschen um Vergebung bitten, die nicht mehr leben", sagte der Vizepräsident der SBK weiter.

Man verpflichte sich aber, aus der Geschichte zu lernen. Und die SBK bekenne, dass die Katholische Kirche in der Schweiz dem jüdischen Volk gegenüber während der mörderischen Herrschaft der Nationalsozialisten Versäumnisse einzugestehen habe. Es sei zu wenig zur Rettung von Leben und Würde verfolgter Menschen getan worden.

Eine Erklärung zum "Verhalten der Katholischen Kirche in der Schweiz zum jüdischen Volk während des Zweiten Weltkrieges und heute" soll am kommenden 14. April veröffentlicht werden.

Postive Reaktionen

Rolf Bloch, der Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) begrüsst die Erklärung der Schweizer Bischöfe zum Verhalten der Katholischen Kirche während des 2. Weltkriegs. Auf Anfrage beurteilte er es insbesondere als positiv, dass die Katholische Kirche in der Schweiz als Institution ihr Versäumnis eingestehe.

Zu einer genaueren Beurteilung der Erklärung müsse hingegen die Veröffentlichung des ganzen Dokuments der Schweizer Bischofskonferenz abgewartet werden. Dabei werde es auch um theologische Fragen gehen, erklärte Bloch. Ob sich der SIG später öffentlich zur SBK-Erklärung äussere, sei noch nicht entschieden.

Auch Sigi Feigel, Ehrenpräsident der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich bezeichnete die Erklärung auf Anfrage als "wichtige und schöne Geste". Es sei wichtig, dass die Katholische Kirche ihr Bedauern ausspreche, sagte Feigel weiter. Die Erklärung der Schweizer Bischofskonferenz sei ein Versprechen für die Zukunft.

swissinfo und Agenturen

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