Navigation

Viele Schweizer Künstlerinnen gingen vergessen – zu Unrecht

Marcello, "La Phyte", Bronze-Skultptur um 1880 Musée d’art et d’histoire Fribourg

Mit Frauenausstellungen wird im Jahr 2019 vielerorts auf Künstlerinnen aufmerksam gemacht. Nicht ohne Grund, denn es gibt Nachholbedarf: Viele Künstlerinnen des 19. und 20. Jahrhunderts gerieten in Vergessenheit – auch in der Schweiz. Wir stellen Ihnen in einer Serie Künstlerinnen vor, die wiederentdeckt wurden oder erst nach ihrem Tod zu Ruhm gelangten.

Dieser Inhalt wurde am 06. Juni 2019 - 15:30 publiziert
Ester Unterfinger (Bildredaktion &Text)

Marcello (1836 – 1897)

Herzogin von Castiglione Colonna, Adèle d’Affry oder Marcello? Die Freiburger Bildhauerin arbeitete unter dem männlichen Pseudonym Marcello, um als Künstlerin ernstgenommen zu werden.

Kupferstich von L. Dumonz der Künstlerin, April 1864. The Picture Art Collection

Adèle d’Affry stammte aus eine Patrizierfamilie und verbrachte ihre Jugend zwischen Freiburg und Nizza. Schon mit 17 Jahren fühlte sie sich zu Skulpturen hingezogen und reiste nach Rom, um sich vom Schweizer Bildhauer Heinrich Maximilian Imhof ausbilden zu lassen. 1856 heiratete sie Carlo Colonna, Herzog von Castiglione Aldovrandi, der im selben Jahr verstarb.

Zeit ihres Lebens war Adèle d’AffryExterner Link hin und her gerissen zwischen ihrer Karriere als Künstlerin und ihrer Rolle als Frau. Jung verwitwet, entschied sie sich gegen eine zweite Heirat und damit für ein Leben als "Bildhauer Marcello". Zwei Jahre später liess sie sich in Paris nieder und bewegte sich in der künstlerischen Bourgeoisie. Marcello wurde eine renommierte Künstlerin, die 1867 auf der Weltausstellung in Paris, 1869 in München und 1873 in Wien ausstellte.

Mit gerade 43 Jahren starb Adèle d’Affry 1879 in Italien an Tuberkulose. Sie hinterliess unzählige Skulpturen, Texte und Zeichnungen.

Eine Ausstellung im Museum für Kunst und Geschichte in Freiburg im Jahre 2014 trug zur Wiederentdeckung ihres Werkes bei.

Wir haben uns die Sichtbarkeit von Künstlerinnen im Schweizer Museumsmarkt genauer in einer umfassenden Datenanalyse angesehen. Diese erscheint am 7. Juni. Melden Sie sich für den Newsletter an, wenn Sie die Reportage per Email erhalten möchten.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.