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Presseschau vom 26.04.2003

Nordkoreas Atompoker, die unsichere Zukunft der Fluggesellschaft Swiss und der abgesetzte Berner Polizeidirektor bestimmen die Schlagzeilen der Samstagspresse.

Dieser Inhalt wurde am 26. April 2003 - 08:34 publiziert

Ausserdem: Kuba isoliert sich mit den neusten Verhaftungen weiter, und die USA tun sich schwer mit den Genfer Konventionen.

"Neue Runde in Nordkoreas Atompoker", schreibt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG. Nordkorea sei eine schwere globale Hypothek, der nur gemeinsam und auf diplomatischem Weg begegnet werden könne.

"Wenn eine diplomatische Lösung im koreanischen Atomstreit gefunden werden kann, dann wohl nur, wenn möglichst viele betroffene Staaten am selben Strick ziehen."

"Spiel mit dem atomaren Feuer"

Für den Berner BUND spielt Nordkorea mit dem "atomaren Feuer". Es liege nun an der Diplomatie, eine Katastrophe zu verhindern.

"Nur wenn es - mit druckvoller Vermittlung Chinas - gelingt, Nordkorea auf Kurs zu Frieden und Abrüstung zu bringen, lässt sich die Gefahr bannen, dass die USA zum Entwaffnungsschlag schreiten und Pjöngjang mit atomarer 'Notwehr' antwortet."

Haben die amerikanischen Streitkräfte das Völkerrecht mit Füssen getreten, fragt die Westschweizer Zeitung LE TEMPS. "Dans leur marche triomphale sur Bagdad, les forces américaines ont-elles piétiné le droit humanitaire?"

Und LE TEMPS fordert eine Untersuchung und Sanktionen gegen diejenigen, welche die Befehle gegen das Völkerrecht gegeben haben sollen.

Der Fall Wasserfallen

Seine Befehle haben die Stadt Bern in eine politische Krise gestürzt: Der FDP-Nationalrat Kurt Wasserfallen ist als Polizeidirektor abgesetzt, kurz wieder eingesetzt und nun bis Mittwoch vorerst wieder abgesetzt worden.

"Fakten auf den Tisch", fordert die BERNER ZEITUNG, denn eigentlich habe der Gemeinderat mit der Absetzung "eine Krise beenden" wollen. Doch Wasserfallen hatte darauf juristische Schritte eingeleitet. Die Krise hält an.

"Wenn die Stadt nicht in ihre grösste politische Krise seit Jahrzehnten schlittern will, braucht es absolute Offenheit."

Denn der Grund sei ein "massiver Konflikt in der Führung der Stadtpolizei".

Der BUND weiss aus gut unterrichteter Quelle, dass "acht von zehn höheren Kaderoffizieren dem Gemeinderat geschlossen mit Rücktritt gedroht haben, falls Wasserfallen Direktor bleibe". Und er zitiert vielsagend den Berner Stadtpräsidenten Klaus Baumgartner: "Auch ich habe ja noch nicht ausgepackt."

Damoklesschwert Grounding

Für die schlingernde Schweizer Fluggesellschaft Swiss solle es "keinen Rappen mehr" geben, fordert der TAGES ANZEIGER.

"Auch wenn die Airline-Lobbyisten andernorts mit Erfolg betteln, wären neue Steuergelder bei der Swiss schlecht investiert. Wer nicht abhebt, muss am Boden bleiben. Das gilt auch für Airlines."

Der BLICK rechnet mit dem Schlimmsten: "Flughäfen planen ein Leben nach der Swiss" und: "Der Flughafen Zürich schliesst gar ein Grounding nicht aus seinen Berechnungen aus."

Das Grounding vor Augen hat auch der Staat Kuba, wenn es nach dem Kommentar der BASLER ZEITUNG geht: "Zurück in die Isolation", schreibt der Korrespondent aus Mexiko. Mit der neusten Verhaftungs- und Hinrichtungswelle habe Staatschef Castro die Zügel drastisch angezogen. Die Folge: "Kuba wird verstärkt ins Visier genommen."

Und die BAZ fragt: "Was mag Castro wohl durch den Kopf gegangen sein, als er im Fernsehen sah, wie jubelnde Iraker auf der Statue von Saddam Hussein herumtrampelten?"

swissinfo, Christian Raaflaub

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