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Schweiz holt mit 2 Toren 3 wichtige Punkte

Frei erzielt in der 16. Minute das 1:0 für die Schweiz.

(Keystone)

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft gewinnt am Montag ihr zweites Gruppenspiel gegen Togo in Dortmund mit Mühe 2:0 und holt drei wichtige Punkte.

Im letzten Match gegen den Gruppenzweiten Südkorea am Freitag reicht der Schweiz ein Unentschieden, um den Einzug ins Achtelfinale der Fussball-WM zu schaffen.

Man erwartete einige Tore gegen den Gruppenschwächsten, das etwas angeschlagene Togo. Doch die Schweiz rettete ihre drei Punkte nur mit Mühe über die Zeit.

Die Schweizer setzten Togo zwar gleich zu Beginn der Partie unter Druck und prüften Torhüter Agassa vorerst mit einigen Weitschüssen. Die Togolesen kamen kaum in Ballbesitz, die Schweizer kontrollierten das Spiel weitgehend.

Ein Fehler im Schweizer Mittelfeld jedoch brachte Togo in der 10. Minute die erste ernstzunehmende Chance des Spiels. Doch nach einer Wunderflanke von Magnin konnte Alex Frei nach Zuspiel von Barnetta in der 16. Minute zum 1:0 einschiessen.

In den nächsten 10 Minuten gaben die Schweizer den Ball kaum ab, nur selten kamen die Togolesen in die Schweizer Platzhälfte. Sie beschränkten sich aufs Kontern. Goalie Zuberbühler zeigte jedoch keine Schwächen.

Abwehr bekundet Mühe

Was sich von der Schweizer Abwehr hingegen nicht sagen lässt. Immer wieder liessen die Verteidiger Togos Spielern zu viel Raum vor dem Tor.

Für rote Köpfe sorgte eine Szene in der 34. Minute, als Verteidiger Patrick Müller Togos Superstar Adebayor unsanft stoppte. Nur durch Glück kam die Schweiz an einem Elfmeter vorbei.

Togo hatte bereits einige Minuten vorher den Druck erhöht und tauchte wieder vermehrt vor dem Schweizer Tor auf. Dank einigen guten Paraden von Zuberbühler blieb es aber beim 1:0.

Nun häuften sich bei der Schweiz die Fehlpässe und verlorenen Duelle. Togo gelang es vor der Pause zusehends, das Spiel zu kontrollieren.

Mehr Druck mit Yakin

Zur zweiten Halbzeit wechselte Trainer Köbi Kuhn Spielmacher Hakan Yakin ein, begleitet von einem Jubelkonzert. Rund drei Viertel des Stadions waren von Schweizer Fans besetzt.

Die Schweizer schafften es nun, den Druck wieder etwas aufzubauen. In der 50. Minute kam Wicky zu einer ernsthaften Chance, in der 52. Yakin. In der 58. verpasste Frei nur knapp, in der 63. erneut Yakin.

Doch auch die Togolesen sorgten für Spannung und prüften Zuberbühler mehrmals, gegen Schluss der Partie immer häufiger. Er liess sich jedoch nicht übertölpeln, die Schweizer Abwehr stand besser als in der ersten Hälfte.

Dann endlich die Erlösung: Tranquillo Barnetta schiesst in der 88. Minute nach Vorarbeit von Lustrinelli völlig unerwartet mit einem Weitschuss das 2:0 für die Schweiz. Nationaltrainer Kuhn hatte in der Pause darauf gedrängt, dass gegen Ende ein höheres Risiko eingegangen wird.

Rechnung ging auf

"Ein 1:0-Sieg hätte den gleichen Effekt gehabt wie ein Unentschieden", erklärte Kuhn nach dem Match. "Wir hätten dann das dritte Spiel gegen Südkorea unbedingt gewinnen müssen, um in die Achtelfinals zu kommen. Deshalb mussten wir am Schluss mehr Risiken eingehen und die Offensive verstärken."

"Wir hatten Ende der ersten Halbzeit Probleme", sagte Torschütze Tranquillo Barnetta gegenüber swissinfo. "Togo hatte seine Aufstellung umgestellt und wir waren froh, das 1:0 in die Pause zu retten."

Verteidiger Ludovic Magnin ergänzte: "Es war nicht ein grosser Match, aber die Stärke der Schweizer Nati liegt darin, auch zu gewinnen, wenn wir nicht auf höchstem Niveau spielen."

Schweiz Gruppenleader

Mit dem Erfolg übernimmt die Schweiz, die zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder bei einer WM dabei ist, wegen der besseren Tordifferenz die Tabellenführung in der Gruppe G vor Südkorea.

Der entscheidende Match gegen Südkorea findet am Freitag in Hannover statt. Noch ist in dieser Gruppe für Frankreich, Südkorea und die Schweiz alles offen. Der vom deutschen Trainer Otto Pfister betreute WM-Neuling Togo ist dagegen nach zwei Niederlagen ausgeschieden.

Togos Probleme am Turnier

Die Nationalmannschaft von Togo war durch die Niederlage gegen Südkorea bereits etwas angeschlagen. Zusätzlich musste sie auf zwei Schlüsselspieler verzichten: Jean-Paul Abola (Rote Karte im ersten Match) und Ludovic Assemoassa (verletzt).

Mit Emmanuel Adebayor, Clubkollege von Philippe Senderos und Johan Djourou, hatte Togo jedoch einen Superstar auf dem Platz.

Doch für Togo - erstmals an einer WM-Endrunde dabei - hatten die Probleme bereits nach der Ankunft in Deutschland begonnen.

Kraftproben zwischen den Spielern, die nicht trainieren wollten, und dem togolesischen Fussball-Verband wegen Prämien, protestreicher Rücktritt und anschliessend provisorische Wiedereinsetzung des deutschen Trainers Otto Pfister sowie Streikerklärungen folgten sich in regelmässigen Abständen.

Wegen nicht ausbezahlter Prämien drohten die togolesischen Nationalspieler mit einem Streik. Erst am Sonntag verpflichteten sich die Spieler, zum Match gegen die Schweiz überhaupt anzutreten, nachdem die FIFA interveniert hatte.

swissinfo, Christian Raaflaub

Fakten

Togo – Schweiz: 0:2
In der gleichen Gruppe:
Südkorea – Frankreich: 1:1
Provisorisches Klassement der Gruppe:
Schweiz: 4 Punkte
Südkorea: 4 Punkte
Frankreich: 2 Punkte
Togo: 0 Punkte

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In Kürze

Zehntausende von Schweizer Fussballfans sind nach Dortmund gereist. Zwischen 30'000 und 40'000 feierten bereits vor dem Match im Zentrum der Stadt.

Das Westfalenstadion in Dortmund war für die Weltmeisterschaft 1974 gebaut worden. Es hat 69'000 Sitzplätze. 2001 wurde in diesem Stadion der UEFA-Cup-Final ausgetragen.

Der Schweizer Verteidiger Philipp Degen ist gegenwärtig bei Borussia Dortmund unter Vertrag. Vor ihm spielte Stéphane Chapuisat bei Dortmund.

Der Waadtländer Chapuisat war mit Borussia zwei Mal deutscher Meister geworden (1995 und 1996), gewann die Champions League und den Interkontinental-Cup (1997).

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