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Schweizer Observatorium entdeckt ersten Eisplaneten

Eine künstlerische Darstellung des Planeten, der den Gliese 436 Stern umkreist.

Ein Observatorium im Kanton Wallis hat den ersten Planeten aus Eis entdeckt. Er befindet sich ausserhalb des Sonnensystems und ist etwa gleich gross wie Neptun.

Dieser Inhalt wurde am 17. Mai 2007 - 10:20 publiziert

Die Entdeckung machte ein Team von vier Astronomen des Observatoriums von St-Luc und der Universität Genf.

Der Himmelskörper liegt 30 Lichtjahre von der Erde entfernt und dreht sich um den Stern GJ436, einen so genannten Roten Zwerg. Sein Durchmesser ist viermal so gross wie jener der Erde und entspricht damit etwa jenem des Neptun.

Die Existenz des Planeten ist bereits seit 2004 bekannt. Nun ist den Astronomen im Wallis im vergangenen Monat aber der Nachweis gelungen, dass es auf dem Planeten Wasser gibt.

Weltpremiere

"Das ist eine Weltpremiere", sagte der Leiter des Wallser Observatoriums, Frédéric Mallmann.

"Erstmals haben wir dank den bei den Transits beobachteten Lichtveränderungen die Masse und die Grösse eines so kleinen Planeten bestimmen können", so Mallmann gegenüber swissinfo.

Erst die genauere Kenntnis dieser Parameter lasse den Schluss auf die Zusammensetzung des Planeten zu.

Im vorliegenden Fall soll das Wasser in zwei Formen vorkommen: Einerseits in Form von Wasserdampf in der Atmosphäre, andererseits in Form von "heissem Eis" rund um den Kern aus Fels.

Heisses Eis

Dieser physikalische Zustand des Wassers kann auf der Erde nur im Labor erzeugt werden. Dass das Wasser auf dem Exo-Planeten diese spezielle Form annimmt, liegt am hohen Druck und der grossen Hitze, die dort herrschen.

Der Planet verfügt nämlich über die 22-fache Masse der Erde, was einen enormen Druck zur Folge hat. Zudem steht er seinem Zentralgestirn viel näher als die Erde der Sonne. Der Planet dreht in nur gerade 2,6 Tagen um seinen Stern. Die Temperatur soll deshalb auf dem Planeten etwa 300 Grad betragen.

Für die Astronomen ist die Entdeckung Ausgangspunkt für neue "Abenteuer". Dank Weltraum- und Infrarot-Teleskopen geht es nun darum, die Umlaufbahn des Planeten sowie die Zusammensetzung der Atmosphäre noch genauer zu bestimmen.

Hoffen auf "Ozean-Planeten"

Ausserdem hoffen die Forscher des Observatoriums François-Xavier Bagnoud (OFXB) in St-Luc, mittelfristig so genannte "Ozean-Planeten" zu entdecken. Aus den neusten Erkenntnissen lasse sich schliessen, dass es im Weltall Planeten geben könnte, die ebenfalls recht nahe zu ihrem Zentralgestirn stehen, dank moderateren Temperaturen aber von flüssigem Wasser umgeben sind.

Bereits letzten April hatten Schweizer Astronomen mit einer Entdeckung im Weltall auf sich aufmerksam gemacht. Das Team um den Genfer Professor Michel Mayor, das auch an der neusten Beobachtung beteiligt war, hatte eine "Super-Erde" entdeckt.

Dabei handelt es sich um einen Exo-Planeten, der in einem "idealen" Abstand zu seinem Stern und dessen Strahlkraft steht, so dass Leben auf diesem Gestirn theoretisch denkbar ist. Bislang konnte aber auf diesem Planeten noch kein Wasser nachgewiesen werden, da keine "Transits" beobachtet werden konnten.

swissinfo und Agenturen

Observatorium St-Luc

Das Observatorium François-Xavier Bagnoud liegt oberhalb von St-Luc, einem kleinen Dorf im Val d'Anniviers im Kanton Wallis.

Der Name des Observatoriums steht zum Gedenken an François-Xavier Bagnoud, Helikopterpilot für Rettungsflüge. Er kam im Alter von 24 Jahren bei einem Unfall während des Rallye Paris-Dakar 1986 in Mali ums Leben.

Das Observatorium wird von einer Stiftung mit nicht lukrativem Zweck geführt.

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Exo-Planeten

Exo-Planeten sind Planeten, die sich ausserhalb unseres Sonnensystems befinden.

Am 6. Oktober 1995 entdeckten die Schweizer Astronomen Michel Mayor und Didier Queloz vom Observatorium Genf den ersten Exoplaneten.

Im vergangenen Monat entdeckte ein Team von Astronomen aus der Schweiz, Frankreich und Portugal den ersten Exo-Planeten, der die Voraussetzungen aufweist, bei denen menschliches Leben entwickelt werden könnte.

Bis heute wurden über 200 Exo-Planeten entdeckt.

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