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Schweizer Pandemieplan 2006 bereinigt

Die Schweiz lagert bereits Tamiflu für mehr als 2 Mio. Personen.

(Keystone)

Die Schweiz ist auf dem Papier bereit für den Kampf gegen eine Grippe-Pandemie. Die neue Version des Grippe-Pandemieplans Schweiz kann im Internet abgerufen werden.

Das 250-seitige Dokument zeigt Massnahmen und Folgen bei einer allfälligen Übertragung des Vogelgrippe-Virus von Mensch zu Mensch auf.

Der Influenza-Pandemieplan Schweiz 2006 ermögliche es Bund, Kantonen und Privaten, ihre eigenen Vorkehrungen zu treffen und insbesondere die kantonalen Pandemiepläne zu erarbeiten. So steht es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vom Montag.

Zwar lasse sich eine Pandemie möglicherweise nicht verhindern, doch ihre Folgen und ihr Schweregrad könnten mit geeigneten Massnahmen verringert werden.

Die Strategie sieht folgende Schwerpunkte vor: Verhinderung der Einschleppung eines neuen Virus' in die Schweiz, Verhinderung der Anpassung eines Tiervirus' an den Menschen, Vorbereitung des Gesundheitssystems, Sicherstellung der Versorgung mit Impfstoffen und antiviralen Medikamenten, Sicherstellung der grundlegenden Dienste für die Gesellschaft und Information der Fachpersonen.

Für erste Welle gerüstet

Die Schweiz verfügt seit Ende 2005 über eine Reserve des Grippemedikaments Tamiflu. Mit dieser können laut BAG über zwei Millionen Erkrankte behandelt und das medizinische Personal geschützt werden.

Diese von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Abdeckung von 25% der Bevölkerung erfülle den Bedarf während einer ersten Pandemiewelle.

Sobald eine Pandemie unvermeidlich erscheint, sollen 10% dieser Reserve an die Kantone verteilt werden. Diese Massnahme könne Engpässe auf dem freien Markt überbrücken. Zusätzlich lege der Bund eine Notreserve für 10'000 rasch durchführbare Behandlungen an, heisst es im BAG-Bulletin.

Gestützt auf WHO-Plan

Weiter kauft die Schweiz acht Millionen Dosen eines Pandemie-Impfstoffes, der Anfang nächsten Jahres zentral gelagert wird. Dies hatte der Bundesrat bereits Ende Juni beschlossen.

Der Pandemieplan Schweiz stützt sich auf den Plan zur Pandemievorbereitung der WHO, der im Mai 2005 aktualisiert wurde. Dahinter steht die Bedrohung, die vom Vogelgrippevirus ausgeht.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

In der Schweiz untersteht das öffentliche Gesundheitswesen der Kompetenz der Kantone. Daher gibt es 26 unterschiedliche Systeme.

Der Bund kann zur Förderung und zum Schutz der Gesundheit auf nationaler Ebene Massnahmen ergreifen.

Namentlich kann der Bund im Kampf gegen übertragbare oder stark verbreitete Krankheiten aktiv werden.

Zudem kann er Gesetze erlassen, wenn es um Lebensmittel, Medikamente, Drogen oder chemische Substanzen geht, die eine Gefahr für die Gesundheit darstellen.

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Fakten

Laut dem Pandemieplan des BAG könnten 1,85 Millionen Menschen mit der Vogelgrippe angesteckt werden, falls das Virus von Mensch zu Mensch überspringen würde.
46'000 Menschen dürften in diesem Fall in Spitäler eingeliefert werden und es wäre mit rund 7400 Toten zu rechnen.
Die Kosten für den Kampf gegen eine solche Pandemie dürften sich auf 2,3 Mrd. Fr. belaufen.

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