Ein bisschen Uber, ein bisschen Postauto

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Schon wieder eingestellt: Das Projekt mit dem Kollibri-Bus in Brugg/Aargau. Userinnen und User konnten den Bus-Dienst samt Fahrer per App bestellen. Tanjalaeser.ch


In der Schweiz befindet sich die Mobilität im Umbruch. Bahn, Bus, Tram und Auto sind zwar nach wie vor die wichtigsten Verkehrsmittel. Die grossen Experimente finden jedoch auf der "letzten Meile" statt.

In den vergangenen Jahrzehnten haben dichte Fahrpläne und Stundentakt den grösseren Städten in der Schweiz und deren Agglomerationen einen regelrechten Entwicklungsboom beschert. 

Parallel zu dieser "Agglomerationierung" des Mittellandes wächst die Erwartungshaltung gegenüber der Verkehrserschliessung. Insbesondere in Zentrumsnähe steigt das Angebot stetig. Dazu zählen zum Beispiel das dichte Carsharing-Angebot von Mobility und die Nachtbusse an den Wochenenden.

Dieser Ausbau führt unter anderem dazu, dass immer weniger Städter und Städterinnen über ein eigenes Auto verfügen. In Zürich wurden bereits die ersten Siedlungen gebaut, in denen die Mieterinnen und Mieter kein Auto besitzen dürfen

Und trotzdem steigt nach wie vor das Bedürfnis, sich zeitlich und geografisch möglichst unabhängig fortzubewegen. Auf kurzen Strecken stehen inzwischen auch in Schweizer Stadtzentren E-Scooter und Fahrräder, die via Smartphone-Apps benutzt werden können. Als Schweizer Exklusivität können in Biel, Zürich und bald in Basel auch so genannten "Micro-Cars" (Elektro-Leichtfahrzeuge) ausgeliehen werden.

Per App: Bus inklusive Fahrer on Demand

Neben Mobility hat in den letzten Jahren vor allem Uber den Boom von App-basierter Mobilität befeuert. Und genau dieser Ansatz scheint nun wiederum eine relativ alte Idee zu neuer Blüte zu treiben, die zu Randzeiten und vor allem in Randregionen gerne in Anspruch genommen wird: Dem Bürgerbus.


Jüngst wurde ein solches PubliCar-Pilot-Projekt der Firma PostAuto abgeschlossen. Es hiess "Kollibri" und erschloss die Kleinstadt Brugg, die zwischen Zürich und Basel liegt, mit deren umliegenden Gemeinden. Dabei konnte via App ein Kleinbus (inklusive Fahrerin oder Fahrer) gebucht werden. Genutzt wurde der Service vor allem in den Randzeiten, dann also, wenn der Öffentliche Verkehr ausgedünnt und ein Taxi zu teuer ist.

Dass das Projekt nicht mehr weitergeführt wird, zeigt, wie schwierig sich die Finanzierung eines Angebots zwischen öffentlichem Verkehr und privaten Anbietern wie Uber gestaltet. 

Das kommt vor allem daher, weil die Frage ungeklärt ist, ob eine solche Mobilitäts-Serviceleistung zum öffentlichen oder zum privaten Verkehr gehört. Würde sie zu ersterem gezählt, liesse sie sich einfacher in die Finanzierung durch die öffentliche Hand integrieren.

Shuttlebetrieb von Tür zu Tür

Neben anderen Anbietern mischt PostAuto mit selbstfahrenden Bussen in Sion und den PubliBike-Veloverleih in diversen Schweizer Städten bereits munter im Kampf um die Mobilität auf der letzten Meile mit. Ausgehend vom abgeschlossenen PubliCar-Angebot in Brugg, soll nun ein bereits bestehendes, jedoch etwas veraltetes Bürgerbus-Konzept im Kanton Waadt mit einer App ausgestattet werden. 

Und im Kanton Nidwalden soll mit finanzieller Beteiligung des Bundesamts für Verkehr zur Erschliessung von Randregionen ein Tür-zu-Tür-Shuttle-Betrieb getestet werden.

Insbesondere die Finanzierung solcher Angebote befeuert weiter die Diskussion, was ein zeitgemässer Service Public bieten muss, respektive durch Private abgedeckt werden soll. Es wird also nicht das letzte mal sein, dass Sie hier auf swissinfo.ch Informationen zu neuen Mobilitätsangeboten erhalten.

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