Theologe Küng als Vorbild

Der Theologe Hans Küng: Religionen haben ungeheure Kraft in der Gesellschaft. Keystone Archive

Der Schweizer Theologe Hans Küng erhält den "Planetary Ethic Prize 2001" des Club of Budapest. Gewürdigt wird sein Engagement "für ein Weltethos".

Dieser Inhalt wurde am 27. Oktober 2001 - 14:25 publiziert

Der Preis wird nach Angaben des Club of Budapest seit 1996 an Persönlichkeiten vergeben, die ein "gelebtes Vorbild eines globalen Verantwortungs-Bewusstseins" sind.

Im Vorfeld der Preisverleihung betonte Küng in einem Interview mit dem "Reutlinger General-Anzeiger", "dass die Religionen für weite Teile der Welt mit ihren Ideen und Weisungen noch immer eine ungeheure Kraft in der Gesellschaft darstellen".

Nach dem Terroranschlag am 11. September in New York bekomme er wiederholt "Fragen nach dem Dialog der Zivilisationen und dem Weltethos mit ganz neuer Dringlichkeit" gestellt.

Zu der Konfrontation in Afghanistan meinte Küng: "Bisher mussten weniger die Talibanfanatiker unter den Bomben und Raketen leiden als die Bevölkerung."

Religion kann Hass schüren, muss aber nicht

Der Theologe räumte ein, dass die Religion oft Hass, Feindschaft und Krieg ausgelöst habe. Er verwies aber auf Beispiele dafür, dass Religion auch positive Energien auslösen könne. Küng nannte die katholische Kirche Polens bei der Überwindung des Kommunismus, die evangelischen Kirchen in der früheren DDR auf dem Weg zur Wende, den Beitrag des südafrikanischen Kirchenrates zur Überwindung der Rassentrennung sowie die Versöhnungsaktionen der christlichen Kirchen in Lateinamerika.

Namhafte Preisträger

Der 71-jähirge Schweizer Katholik ist am Samstag in Stuttgart (D) ausgezeichnet worden. Der Preis ist nicht dotiert. Preisträger waren unter anderem der neue Friedensnobelpreisträger Kofi Annan, der israelische Aussenminister Schimon Peres und der frühere sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow.

Der Club of Budapest wurde 1993 von Ervin Laszlo gegründet. Getragen wird er unter anderem von Ehrenmitgliedern wie dem Dalai Lama, Sir Peter Ustinow, Elie Wiesel und dem Schriftsteller Tschingis Aitmatow.

swissinfo und Agenturen

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