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Rhein soll zurück zur Natur

Rhein-Hochwasser soll ökologisch angegangen werden. Keystone

Die Staaten entlang des Rheins beschlossen am Montag (29.01.) ein Entwicklungsprogramm, das dem Fluss seine Öko-Funktionen zurückgeben soll. Nicht verstummt ist jedoch die Kritik der Umweltschützer: Diese sagen, das Projekt setze zu stark auf technische Lösungen.

Vertreter der Rhein-Anliegerstaaten sowie der Europäischen Union sind in Strassburg zusammengekommen, um über das Programm “Rhein 2020” zu beraten. Ziel des Projekts ist es, die ökologischen Funktionen des Flusses wiederherzustellen und den Schutz vor Hochwasser zu verbessern.

Teure Reaktivierung und Schweizer Restwasser

Dazu sollen mehr als eintausend Quadratkilometer Überschwemmungs-Flächen “reaktiviert” werden. In den letzten Jahrzehnten sind diese durch Eindeichungen und Flussbegradigungen verschwunden. Die Kosten das Programme werden auf über 19 Mrd. Franken geschätzt.

In der Schweiz sollen Restwassermengen aus Wasserkraftwerken erhöht und der freie Fluss des Hochrheins in zwei Abschnitten zwischen Schaffhausen und der Aare-Mündung gewährleistet werden.

Kritik von Umweltschützern

Umweltschützer hatten im Vorfeld der Konferenz kritisiert, “Rhein 2020” sei in den Vorbereitungs-Arbeiten verwässert worden. Im Hochwasserschutz setze man ausserdem weiterhin auf technische Lösungen, statt auf eine natürliche Rückbehaltung von Hochwasser durch Auen.

Anrainer-Staaten tagen regelmässig

Die eintägige Konferenz wird von der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) veranstaltet, in der die Schweiz, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande vertreten sind. Erstmals sind auch Österreich und Liechtenstein an einer IKSR-Konferenz vertreten.

Die Schweizer Delegation wird von BUWAL-Chef Philippe Roch geleitet.

swissinfo und Agenturen

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