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Zweite Olympische Spiele für Ralph Krueger

Ralph Krueger, ein Mann, auf den die Spieler hören. Keystone

Der Deutsch-Kanadier Ralph Krueger, seit 1997 Schweizer Eishockey-Nationaltrainer, erlebt nach Salt Lake City in Turin zum zweiten Mal Olympia.

Dieser Inhalt wurde am 06. Februar 2006 - 08:27 publiziert

Vor vier Jahren machte die Schweiz gegen Frankreich und die Ukraine im US-Bundesstaat Utah eine schlechte Figur und landete auf Rang elf. Ein Interview.

Wie vor vier Jahren ist die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft auch diesmal bei der Endrunde an den Olympischen Spielen dabei. Und wie vor vier Jahren heisst der Nationalcoach Ralph Krueger.

Der Deutsch-Kanadier, der das Nationalteam seit 1997 trainiert, hat es verstanden, der Mannschaft eine neue Dynamik einzuimpfen und dem Schweizer Hockey damit eine neue Dimension zu eröffnen.

Seither ist die Schweiz auf der weltweiten Hierarchie-Leiter aufgestiegen und gehört heute zur geschlossenen Gesellschaft der besten Nationen in dieser Disziplin.

Als fantastische Vierte an der Weltmeisterschaft 1997 haben die Schweizer in Salt Lake City vor vier Jahren ihren olympischen Auftritt jedoch völlig vergeben. Eine Erfahrung, die laut Ralph Krueger auch beim Einsatz in Turin zählen wird.

swissinfo: Ralph Krueger, welche Lektionen haben Sie aus dem Fiasko in Salt Lake City gezogen?

Ralph Krueger: Ich möchte zuerst einmal festhalten, dass es schwierig ist, sich nur auf das Eishockey zu konzentrieren und sich dabei nicht von der Grösse der Olympischen Spiele ablenken zu lassen.

In Utah hatten wir weniger als fünfzehn Stunden vor dem ersten Match gegen Frankreich noch an der Eröffnungsfeier teilgenommen.

Dieses Mal werden wir besser mit dem Rummel des Moments wie auch mit dem grossen Druck umgehen können. Das amerikanische Abenteuer wird uns helfen – mir und fünfzehn Spielern, die damals schon dabei waren – in Turin besser zu sein.

swissinfo: Was bedeutet Ihnen die Teilnahme an den Olympischen Spielen?

R.K.: Durch meine Funktion lastet natürlich ein enormer Druck auf meinen Schultern. Eine Tatsache, die ich aber gut von meiner Freude an der Teilnahme an einem solchen Ereignis trennen kann.

Als ich ein Kind war, träumte ich immer von einer Olympia-Teilnahme. In Turin wird dies bereits zum zweiten Mal wahr. Für einen Sportler ist dies das Schönste, was er erleben kann, und er darf stolz darauf sein.

Es geht weit über die sportliche Dimension und über das Eishockey hinaus. Man nimmt an einem Sportereignis von globaler Bedeutung teil.

swissinfo: Sie sind halb Deutscher, halb Kanadier. Nun sind Sie Schweizer Nationaltrainer. Ist das nicht eine etwas seltsame Mischung?

R.K.: Klar ist es das. Und ich habe durch meine eigene Geschichte immer noch eine starke Bindung an diese beiden Länder. Doch wenn man in einem Land lebt – wie ich seit neun Jahren in der Schweiz – dann wird man ein Mitglied dieser Gesellschaft.

Die Farbe des Passes ändert sich zwar nicht, doch die Farbe der Flagge, die man im Herzen trägt, kann sich ändern. Bei mir besetzt die rote Flagge mit weissem Kreuz diesen Platz.

Ich bin stolz, für die Schweiz zu kämpfen, auch wenn ich immer ein wenig danach schiele, wie sich die Kanadier und die Deutschen schlagen, weil ich in diesen beiden Ländern aufgewachsen bin.

swissinfo: Was ist Ihr Ziel – und das der Schweizer Mannschaft – an den Olympischen Spielen in Turin?

R.K.: Das Ziel ist klar: In die Viertelfinals vorzustossen und damit im Minimum unter die acht besten Nationen des Turniers zu kommen.

Wir sind mit diesem Unterfangen vor vier Jahren klar durchgefallen, und wir werden dieses Mal alles unternehmen, um dort dabei zu sein.

Falls wir den Einzug in die Viertelfinals schaffen, beginnt ein ganz anderes Turnier. Zwar wird dort auf höherem Niveau gespielt, doch ist dann alles möglich.

swissinfo-Interview: Mathias Froidevaux
(Übertragen aus dem Französischen: Christian Raaflaub)

Fakten

Der Deutsch-Kanadier Ralph Krueger ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Er ist 46-jährig und lebt seit neun Jahren in der Schweiz (Davos, Graubünden).
Seit 1997 ist er Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft. Sein Vertrag läuft bis zur Weltmeisterschaft 2009.
Als aktiver Spieler hat er über 45 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft bestritten.

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In Kürze

Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft hat sich 2005 in Zürich Kloten an einem vorolympischen Turnier für Turin qualifiziert.

Aus diesem gingen die Schweizer gegen die Mannschaften aus Japan, Norwegen und Dänemark als Turniersieger hervor.

In Turin sind die Schweizer in der Qualifikationsgruppe mit Kanada, Tschechien, Finnland, Deutschland und Italien.

Die vier ersten dieser Gruppe dürfen die Viertelfinals gegen Teams der anderen Gruppe bestreiten.

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