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Arabische Filmfestivals Der andere Blick auf die arabische Welt

Zwei Darstellerinnen aus dem Film 'Fremder Körper'

Still aus dem Film "Fremder Körper" (ab Plakat des IAFFZ 2017). 

(IAFFZ)

Es gibt mehrere arabische Filmfestivals in der Schweiz. Sie haben eine künstlerische Botschaft und verstehen sich als Vermittler zwischen den Kulturen. Derzeit läuft eines in Zürich

Die Wahrnehmung des arabischen Raums in der Schweiz ist oft durch Kriege, Konflikte und Korruption geprägt. Dies wird der Realität aber nicht gerecht. 

Das Internationale Arabische Filmfestival in Zürichexterner Link, das diese Woche begonnen hat, kann der verzerrten Wahrnehmung etwas entgegensetzen, wie der Vizepräsident und Medienverantwortliche des Festivals, Marc Mouci, zu swissinfo.ch sagt: "Mit der Vielfalt der Filme, die aus den unterschiedlichen arabischen Ländern kommen, können wir einen anderen Einblick in das Leben der Menschen geben."

Bühne frei für den Dialog 

Denn im Anschluss an die Filmvorführungen finden Diskussionen statt, eine Bühne für eine andere Art des Dialogs als jenem, der in der Politik vorherscht. "Ein wichtiger Teil des Festivals sind die Podiumsdiskussionen und Gespräche mit den Filmschaffenden sowie die Vorstellungen für Schulen", sagt Mouci. 

Diese Meinung teilt auch Tahar Houchi, künstlerischer Leiter und Generaldirektor des Festival International du Film Oriental de Genèveexterner Link (FIFOGs). Er betont vor allem die Innensicht, die solche Festivals anbieten, da die gezeigten Filme davon erzählten, was die Menschen im arabischen Raum in der Wirklichkeit beschäftige und wie sie sich selber reflektierten. 

"Ein Filmfestival bietet einen anderen Blick an, der den Schweizerinnen und Schweizer abseits der Auseinandersetzungen im Nahen Osten die Möglichkeit gibt, Informationen direkt von den Betroffenen zu erhalten", sagt Houchi. 

Das Leben gehe für die Menschen auch im Krieg weiter, betont er: "Am Festival besteht die Chance, Menschen aus Damaskus oder aus dem Iran oder Algerien zu treffen, die beweisen, dass die Wirklichkeit zwar bitter ist, jedoch Leben in sich birgt."

Im Zentrum stehen Diskussionen

Der Direktor der Stiftung trigon-film, Walter Ruggle, ist auch der Überzeugung, dass Filmfestivals dazu beitragen, allfällige Vorurteile über die arabische beziehungsweise die "orientalische" Kultur abzubauen. "Sie tragen dazu bei, der Schweiz das wahre Bild dieser Kultur zu präsentieren. Dies fördert den Dialog zwischen den Kulturen. Das merke ich gut an den Diskussionen, die nach den Vorführungen der Filme folgen."

Alain Bittar ist Gründer des "Festivals des musiques arabes et méditerranéennes" und Besitzer der Buchhandlung l’Olivierexterner Link in Genf, welche nicht nur arabische Bücher verkauft, sondern auch kulturelle Anlässe organisiert und unterstützt. Er geht davon aus, dass über die arabische Welt "negative Bilder vorherrschen", und dass Filmfestivals dieses Bild verbessern." 

Wichtig auch für das arabische Selbstbild

Bittar macht vor allem auf das Selbstbild der Araber in der Schweiz aufmerksam. "Sie leiden darunter, dass man über sie nur negativ berichtet. Arabische Filmfestivals haben in diesem Sinne die Aufgabe, auch dieses Selbstbild zu korrigieren, indem sie den Araberinnen und Arabern eine Darstellung ihrer Kultur präsentieren, auf die sie stolz sein können."

Der Leitung des Festivals de l’Aubeexterner Link in Basel wiederum ist wichtig zu zeigen, was die Menschen in der arabischen Welt, insbesondere nach dem arabischen Frühling, beschäftigt - und was ihre Anliegen sind. Basel präsentiert bewusst nur Filme, die zeigen, wie die Gesellschaft mit den Problemen umgeht, und keine, die nur auf das Krisenhafte fokussieren. 

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