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Der Schweizer Jean-Frey-Verlag kommt in deutschen Besitz

In Zukunft in deutschen Händen: Die beiden Schweizer Titel Beobachter und Bilanz.

(swissinfo.ch)

Der Medienriese Axel Springer übernimmt per 1. Januar 2007 die Zürcher Jean Frey AG und damit u.a. die Titel Beobachter und Bilanz. Kostenpunkt: 140 Mio. Franken.

Die renommierte Weltwoche ist von der Übernahme nicht betroffen. Sie befindet sich künftig zu 100% im Besitz von Chefredaktor Roger Köppel.

Der Axel-Springer-Konzern übernimmt per 1. Januar 2007 vom bisherigen Jean Frey-Hauptaktionär Tito Tettamanti 99,5% des Aktienkapitals. Der Kaufpreis beträgt gemäss einer Medienmitteilung 139,3 Mio. Franken. Den verbleibenden Kleinaktionären werde ein Übernahmeangebot unterbreitet.

"Die Axel Springer AG steht für eine liberale Grundhaltung und hohe Professionalität in der journalistischen und verlegerischen Arbeit", unterstrich Tito Tettamanti. "Mit diesem Partner sind die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.

Das Verlagshaus Jean Frey gibt die Konsumenten- und Beratungszeitschrift Beobachter, die Wirtschaftszeitschrift Bilanz und das Fernsehmagazin TV Star heraus.

Im Jahr 2006 wird das Unternehmen mit 240 Beschäftigten auf einen Umsatz von rund 70 Mio. Franken kommen.

Weltwoche bleibt in Schweizer Händen

Die Transaktion hat auch Konsequenzen für die Weltwoche Verlags AG. Weltwoche-Verleger und Chefredaktor Roger Köppel hat dem Jean-Frey-Verlag die restlichen 40% der Aktien des Weltwoche Verlags abgekauft. Dieser Verlag ist jetzt im alleinigen Besitz von Köppel, wie die Weltwoche Verlags AG mitteilte.

Köppel hatte im Juli angekündigt per Anfang 2007 mit 60% die Aktienmehrheit des Wochenblatts zu übernehmen. Köppel war vorher Chefredaktor der deutschen Tageszeitung Die Welt, die vom Axel Springer Verlag herausgegeben wird.

Filippo Leutenegger, bisheriger CEO und Delegierter des Verwaltungsrates der Jean Frey AG, scheidet Ende Jahr aus dem Unternehmen aus und wendet sich neuen Aufgaben zu.

Springer seit 1999 in der Schweiz

Der Axel-Springer-Konzern ist in der Schweiz bereits seit 1999 mit der Verlagsgruppe Handelszeitung aktiv. Mittelfristig sei eine Zusammenführung der Verlagsgruppe Handelszeitung und der Jean Frey AG geplant.

"Das Titelportfolio der Jean Frey AG ist eine ideale Ergänzung unserer Schweizer Titel", sagte Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG:

Reaktion der Gewerkschaft

Die Konzentration im Medienbereich werde mit der Übernahme des Jean-Frey-Verlags durch das deutsche Springer-Verlagshaus fortgesetzt, stellte die Schweizer Mediengewerkschaft comedia in einer Mitteilung fest. Sie mache sich ganz generell Sorgen darüber, wie sich dieser Prozess europaweit auf die journalistische Unabhängigkeit und die publizistische Vielfalt auswirke.

Auf die Internationalisierung der Verlagshäuser will die comedia eine "grenzüberschreitende gewerkschaftliche Antwort" geben: Sie werde deshalb mit der deutschen Mediengewerkschaft ver.di Kontakt aufnehmen.

Ein besonderes Anliegen ist der comedia der Schutz der kritischen Linie der beiden Jean-Frey-Titel "Beobachter" und "Bilanz". Zudem werde darauf zu achten sein, dass die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden nicht schlechter würden.

swissinfo und Agenturen

Ein Riese in 32 Ländern

Mit mehr als 150 Zeitungen und Zeitschriften in 32 Ländern, einem Jahresumsatz 3,7 Mrd. Fr. und 10'166 Mitarbeitenden ist der Axel Springer-Verlag Deutschlands grösster Zeitungsverlag.

Die Boulevardzeitung Bild erscheint täglich in einer Auflage von mehr als 3 Mio. Exemplaren. Springer gibt auch die Tageszeitung Die Welt und zahlreiche Zeitschriften heraus.

Springer ist auch in Polen, Ungarn, Russland und Tschechien, Spanien und Frankreich präsent. In der Schweiz ist der Verlag Besitzerin der HandelsZeitung und des Magazins Stocks.

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Jean Frey

Auflage Beobachter: 315'000 Exemplare

Auflage TV Star: 169'000

Auflage Bilanz: 38'000

Auflage Weltwoche: 80'000

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