"Auslandschweizer keine zweite Priorität"

SRG-Generaldirektor Armin Walpen an der Pressekonferenz, wo er den Abbau von swissinfo bekannt gab. Keystone

SRG-Generaldirektor Armin Walpen ist sich sicher, dass die Fünfte Schweiz in Folge des swissinfo-Abbaus nicht benachteiligt wird.

Dieser Inhalt wurde am 22. März 2005 - 16:31 publiziert

Dies sagte er im Gespräch mit swissinfo.

Wie wird swissinfo nach der Restrukturierung aussehen?

swissinfo wird noch einen englischsprachigen Dienst produzieren und dazu Spezialdossiers in den Landessprachen für Auslandschweizer, insbesondere mit Informationen, die sonst schwerlich zu erhalten sind.

Ist das genug für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer?

Wir gehen davon aus, dass die Situation für Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer eine andere ist als noch vor 20 Jahren: Der Zugang zu allen möglichen Informationen ist heute ein anderer. Ich bin überzeugt, dass nur schon auf den Webseiten unserer Unternehmenseinheiten sehr, sehr viele Informationen zu holen sind.

Ich erinnere auch daran, dass heute alle Organisationen und Institutionen wie economiesuisse, OSEC oder Präsenz Schweiz selber Webseiten betreiben. Die Situation hat sich stark gewandelt. Auch aus dieser Sicht scheint mir dieser Schritt gerechtfertigt.

Die Auslandschweizer-Organisation (ASO) und der Auslandschweizer-Rat (ASR) haben sich gegen den massiven Abbau bei swissinfo ausgesprochen. Wird man mit ihnen ins Gespräch kommen und sie wenn nötig beruhigen können?

Ich kann niemanden beruhigen. Wir haben den Entscheid getroffen und begründet.

Sollte die ASO genug Druck ausüben können, damit der Bund wieder Gelder spricht, würde swissinfo in alter Form wieder auferstehen?

Ob in alter Form, das weiss ich nicht. Die rechtliche Situation ist klar: Sobald der Bund wieder Subventionen spricht, sind diese zweckgebunden und können nur für den Auslandauftrag eingesetzt werden.

Werden Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer zur zweiten Priorität?

Keineswegs. Ich meine, die Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer haben auf unseren Seiten sehr viele Informationen. Schon heute haben wir enorm viele sinngemäss gleiche Informationen auf den Sites.

Ich nehme an, wenn im Bundesrat etwas beschlossen wird, ist dieser Beschluss auch für einen Auslandschweizer ähnlich wie für einen Schweizer.

swissinfo-Interview, Philippe Kropf

In Kürze

Armin Walpen wurde 1948 geboren und ist seit 1996 Generaldirektor der SRG SSR idée suisse.

Der studierte Jurist arbeitete von 1974 bis 1988 im Radio- und Fernsehdienst des Verkehrs- und Energiewirtschafts-Departements, dem heutigen UVEK.

Zwischen 1988 und 1991 war er Ressortchef "Audiovisuelle Medien" beim Zürcher Tages-Anzeiger.

Von 1991 bis 1996 bekleidete er das Amt des Generalsekretärs im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD).

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