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"Magie des Augenblicks"

Verschiedene Bilder des Waadtländer Malers sind zum ersten Mal überhaupt zu sehen. Keystone

Dem Maler Marius Borgeaud ist die neuste Ausstellung in der Fondation Gianadda gewidmet. An der Eröffnung wurde Léonard Gianadda zum Offizier der französischen Ehrenlegion ernannt.

Dieser Inhalt wurde am 18. November 2001 - 16:25 publiziert

Der Künstler, den die Fondation Gianadda dem Publikum näher bringen will, hatte eine atypische Karriere. 1861 in eine grossbürgerliche Lausanner Familie hineingeboren, war Marius Borgeaud die Laufbahn des Bankers vorbestimmt. Er freilich zog es vor, sein grosszügiges Erbe zum Reisen zu nutzen.

Erst mit 39 Jahren fand er in Paris zum Malen und wurde Schüler von Cormon und Humbert. Die Malerei habe für Borgeaud den Charakter einer Religion gehabt, sagt Jacques-Dominique Rouiller, der für die Ausstellung verantwortlich zeichnet und überdies eine Monografie über den Künstler verfasst hat.

Meister des Interieurs

Der Impressionismus beeinflusste Borgeauds erste Werke, doch ums Jahr 1910 herum fand er zu seinem eigenen Stil. Besonders angetan hatte es ihm die Poesie der Interieurs. In seinem Betätigungsfeld Bretagne waren das vorzugsweise Bistros, Rathäuser, Apotheken oder Schlafzimmer.

"Er liebte besonders das Spiel der Kontraste zwischen Innen und Aussen, Schatten und Licht, Hinein- und Hinausfliessen", präzisiert Rouiller.

Insgesamt werden in der Ausstellung "Magie des Augenblicks" bis zum 20. Januar 90 Ölgemälde des Künstlers ausgestellt, einige davon zum ersten Mal überhaupt. Dies ist insbesondere der Fall beim "Clou" der Ausstellung, "Die Landschaft von Locquirec", einem 1908 entstandenen Gemälde, das erst kürzlich unter einem anderen Bildnis entdeckt wurde.

Gianadda in die Ehrenlegion aufgenommen

An der Vernissage vom Freitag wurde der Kurator der Fondation Pierre Gianadda, Léonard Gianadda, vom französischen Botschafter in der Schweiz, Régis de Belenet, in die Ehrenlegion aufgenommen.

Der studierte Ingenieur Léonard Gianadda gründete die Fondation 1977 im Gedenken an seinen Vater Pierre, der bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war.

Heute bildet die Fondation Gianadda den Höhepunkt des Walliser Kulturlebens mit Ausstrahlung weit über die Landesgrenzen hinaus. Letztes Jahr etwa lockte ihre Van Gogh-Ausstellung fast eine halbe Million Besucherinnen und Besucher an.

swissinfo und Agenturen

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