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"Mission impossible" für die Schweiz in Portugal?

Die Schweiz hat es in der Gruppe B mit Frankreich, England und Kroatien zu tun (Tenues von links).

(swissinfo.ch)

Kroatien, England und Frankreich – dies die drei schweren Gegner der Schweizer in der Gruppe B. Punkte sind möglich, aber nur mit absoluten Top-Leistungen.

Seit der ersten Europameisterschaft 1960 hat es die Schweizer Equipe nie in die Top 8 geschafft.

Die Schweizer Nationalmannschaft geniesst in Portugal nicht sehr viel Prestige: Die Buchmacher führen sie lediglich an 15. und vorletzter Position.

Hinter ihnen liegt gerade noch Fussballzwerg Lettland. Das ist aber keine Beleidigung der Schweiz, denn die Rangierung entspricht reiner Fussball-Logik. Genauer: Der Klassierung durch den Weltfussballverband FIFA.

In der Tat: Die Schweizer können sich auf dem Rasen nicht wirklich mit Frankreich, England und Kroatien, ihren Gegnern in der Gruppe B, messen. Ist also alles zum Vornherein verloren? Mitnichten! Denn Fussball ist Sport, und da ist, zumindest manchmal, (fast) alles möglich.

Die Rolle als Zwerg jedenfalls kommt Jakob "Köbi" Kuhns Equipe mehr als gelegen: Die Schweiz hat nichts zu verlieren. Ganz im Gegensatz zu den Franzosen und den Engländern.

Ein Weiterkommen in die Viertelfinals ist zwar wenig wahrscheinlich, aber bei besonderer Konstellation duchaus denkbar. Hier ein Überblick über die drei Gegner in der "Schweizer" Gruppe.

Kroatien, der zweite "Kleine"

Sonntag, 13. Juni 2004, Leiria, Stadion Dr. Magalhães Pessoa. Die Schweiz spielt gegen Kroatien. Eine historische – und zugleich kapitale – Premiere. Beide Mannschaften können sich keine Niederlage leisten.

Das Siegerteam kann durchaus auf ein Spiel in den Viertelfinals hoffen. Die Verlierer dagegen müssen gegen England und Frankreich den Platz im Spitzenduo erreichen – was praktisch unmöglich ist.

Auf dem Papier sind die Kroaten stärker. Die Mannschaft der jungen, aus dem ehemaligen Jugoslawien hervorgegangenen Nation erreichte 1996 in England immerhin das Viertelfinale. Dann aber gewannen sie an der WM 1998 in Frankreich Bronze, dank ihren Stars Šuker, Prosinecki und Jarni.

Seither hat Kroatien allerdings etwas an Glanz eingebüsst. Für das EM-Ticket der Mannschaft von Trainer Otto Barić waren hauptsächlich zwei Spieler verantwortlich: Die Stürmer Dado Pršo, jüngst mit seinem Klub AS Monaco Finalist in der Champions League, sowie Ivan Klasnic, der eben mit Werder Bremen deutscher Meister wurde.

Prügel für die gehypten Engländer

Donnerstag, 17. Juni 2004, Coimbra, Cidade de Coimbra, Remake des Eröffnungsmatchs zwischen der Schweiz und England an der Euro 1996. Damals auf dem heiligen Rasen des Wembley hatte Kubilay Türkyilmaz mit einem Penalty in den letzten Spielminuten zum 1:1-Schlussresultat ausgeglichen. Was die Briten nicht hinderte, danach bis in die Halbfinals vorzustossen.

Acht Jahre später sind die Schützlinge des schwedischen Trainers Sven-Göran Eriksson erneut die Favoriten. Aber diesmal gehen sie nicht so unbeschwert an die Sache.

Gleich zwei Affären haben das Fussballreich ihrer Majestät erschüttert. Im letzten September entzog sich Rio Ferdinand, Verteidiger bei Manchester United und Mitglied der Nationalelf, einer Dopingkontrolle. Hartes Verdikt der FIFA: Acht Monate Spielsperre... und keine EM!

Und im vergangenen April hat es "Pop-Star" David Beckham wegen seiner aussersportlichen "Glanzleistungen" (angebliche mehrmalige Untreue) auf die Titelseiten der britischen Boulevardpresse geschafft.

Die Stärke Englands hängt also zu einem grossen Teil von der mentalen Verfassung des Stars von Real Madrid und der Leistung des Stürmers Michael Owens (beide 5 Tore in der Qualifikation) ab. Vielleicht nicht gerade die besten Voraussetzungen für die Lehrmeister des Fussballs, die sich seit der WM 1966 auf eigenem Boden zu beweisen suchen.

Die Legion der französischen Stars

Montag, 21. Juni 2004, Coimbra, Cidade de Coimbra. Auf dem lusitanischen Rasen Dutzende von Millionen von Dollars in der Person von Fussballstars wie Zidane, Henry, Trezeguet und der unermüdlichen Dessailly (35), Lizarazu (34) und Barthez (32).

Frankreich, als Gastgeber 1998 Weltmeister und amtierender Europameister, will definitiv die Missgeschicke der WM 2002 (Ausscheiden in der ersten Runde ohne einziges Tor!) vergessen machen.

Seit 15 Spielen ungeschlagen (14 davon als Sieger!) (Frankreich spielt noch zwei Freundschaftsspiele, am 20. Mai gegen Brasilien und am 28. Mai gegen Andorra) ist die Mannschaft unter der Leitung von Jacques Santini in Portugal klarer Favorit für die Titelverteidigung.

Stéphane Chapuisat und seine Kollegen bekamen schon einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sie erwartet. Am 20. August letzten Jahres wurden sie im Stadion von Genf von den "Bleus" in die Rolle der Zuschauer verwiesen (0:2-Niederlage). Dabei hatten Zidane, Henry und Co. ihre Kunst nur für ganz kurze Augenblicken aufblitzen lassen müssen.

swissinfo, Raphael Donzel
(Übersetzung aus dem Französischen: Charlotte Egger)

Fakten

Schweizer Bilanz gegen Kroatien: Bisher kein Match ausgetragen.
Gegen England: 18 Spiele, 3 Siege, 4 Unentschieden, 11 Niederlagen.
Gegen Frankreich: 32 Spiele, 13 Siege, 6 Unentschieden, 13 Niederlagen.

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In Kürze

Frankreichs Qualifikation war makellos: Siege in allen acht Spielen gegen Slowenien, Israel, Zypern und Malta, mit dem Torverhältnis 29:2! Das zweitplatzierte Slowenien lag 10 Punkte zurück.

Knapper schaffte es England: Dank des 0:0-Unentschiedens gegen die Türken im letzten Match gewannen die Briten die Gruppe mit einem Punkt vor den Türken.

Viel Glück benötigte Kroatien, das sich das Portugal-Ticket erst mit dem 1:0 im Entscheidungsspiel gegen Slowenien sicherte. Der erste Match hatte 1:1 Remis geendet. Die höher dotierten Bulgarien und Belgien hatten das Nachsehen.

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