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"Sieh dir das an!"

Kurz vor dem Crash in den zweiten Turm des World Trade Centers: Die Boeing 767. Keystone

Die Anschlagserie traf die Zentren der Macht und stürzte die mächtigste Nation der Welt urplötzlich in Angst und Panik. Eine Reportage.

Dieser Inhalt wurde am 11. September 2001 - 20:06 publiziert

Clyde Ebanks, Vizepräsident einer Versicherung, nahm gerade an einer Sitzung im 103. Stock des Südturms teil, als sein Chef sagte: "Sieh dir das an." Ebanks drehte sich um und sah, wie ein Flugzeug in den Nachbarturm flog. Zusammen mit seinen Arbeitskollegen stürmte er die Treppen hinab. Im 70. Stock fühlten sie, wie der Turm erbebte, von dem zweiten Flugzeug getroffen. "Ich sorge mich noch um einige meiner Kollegen", sagte er später, tränenüberströmt und von grauer Asche bedeckt.

Der Computerspezialist Boris Ozersky hielt sich im 70. Stock auf und spürte, wie der Turm erschüttert wurde. Der 49-Jährige rannte die 70 Stockwerke über die Treppe hinab ins Freie. Dort wollte er gerade eine von Panik überwältigte Frau beruhigen, als das Gebäude hinter ihm in sich zusammenstürzte. "Ich wurde umhergewirbelt, und dann war es völlig dunkel", erinnerte er sich. "Wir wollten weg, aber ich wurde auf den Boden geworfen. Und ich wollte dieser Frau helfen, aber ich konnte sie in der Dunkelheit nicht finden."

"Jeder schrie, weinte, rannte, Polizisten, Menschen, Feuerwehr, jeder", sagt der Feuerwehrmann Mike Smith. "Das ist wie ein Kriegsgebiet." Augenzeugen sahen, wie sich brennende Menschen verzweifelt aus den Hochhäusern stürzten.

John Axisa, der auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz im Trade Center war, berichtete von menschlichen Körpern, die aus den zerfetzten Türmen fielen. Er rannte weg von dem Gebäude, dann hörte er einen zweite Explosion und spürte eine Hitzewelle auf seinen Rücken.

Als sich Rauch und Staub verzogen, starrten die Passanten und Überlebenden fassungslos auf die rauchenden Trümmer. Die Umgebung war von einer zehn Zentimeter dicken Schicht aus Staub, Glas und Trümmern bedeckt. Über der Stadt trieben Kilometer weit Papierbögen und Blätter, die aus dem zerfetzten Wolkenkratzer geweht worden waren.

"Ich sah gerade das Gebäude einstürzen, in dem ich arbeite", sagte der Geschäftsmann Gabriel Ioan, noch zitternd vor Angst. "Ich war im Weltfinanzzentrum und blickte aus dem Fenster", berichtete eine Frau. "Ich sah das erste Flugzeug und dann 15 Minuten später die andere Maschine in das World Trade Center fliegen."

Der Journalist Dunstan Prial sah einen Turm des Wolkenkratzers zusammenbrechen. "Fenster klirrten, Menschen schrien und suchten nach Schutz. Die Menschen liefen umher wie Gespenster, von Schmutz bedeckt, weinend und taumelnd."

"Das ist einfach nur krank", sagte der 39-jährige Keith Meyers, Vater zweier Kinder. "Da möchte man irgendwie nur nach Hause gehen und Zeit mit seiner Familie verbringen."

swissinfo und Helen O'Neill (AP)

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