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2000: "The Tell Project"

Unter dem Künstlernamen "Com & Com" drehten Johannes M. Hedinger und Marcus Gossolt den Film "C-Files: Tell Saga", eine ironische Anspielung auf die Mediatisierung der Gesellschaft. Das Schweizer Künstlerduo liess sich vom historischen Mythos und den ans Übersinnliche grenzenden TV-Serien zu einer Interpretation inspirieren, die einer Entmystifizierung der helvetischen Identität gleichkommt. Als Erstes produzierten sie eine multimediale Installation, die an der Biennale in Venedig gezeigt wurde. Ein Videobeitrag kündigt eine amerikanische Produktion über die Passionen und Emotionen des Nationalhelden an. In Wirklichkeit handelt es sich lediglich um Fiktion. Der Beitrag entpuppt sich als Trailer für einen Film, der nie produziert wird: reines Marketing also, ideologisch aufgemischt und formal von eindrücklicher Präzision. Anschliessend brachten die beiden Künstler das Thema ins Theater Luzern mit einem Musical, das sie in Anlehnung an ein TV-Quiz der Achtzigerjahre "Tell Star" tauften, auch hier unter dem Motto "Der Schein heiligt die Mittel".

Sie fanden zahlreiche Nachahmer. Wilhelm Tell hat den Staub offenbar abgeschüttelt und den Souvenirläden den Rücken gekehrt. Mit frischer Ironie experimentieren die beiden Künstler mit ihrer eigenen Nationallegende. Damit erhält der Patriotismus unter dem spielerischen Blick einer neuen Generation eine neue Dimension.

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