50 Jahre Museum Rietberg

Im Museum Rietberg zu bestaunen: Chinesische Skulptur "Trias mit Mandorla". www.rietberg.ch

Das Zürcher Museum blickt auf das erfolgreichste Jahr seit seiner Gründung zurück. Ein spezielles Jubiläumsprogramm ist gestartet worden.

Dieser Inhalt wurde am 31. Januar 2002 - 17:40 publiziert

Mit knapp 80'000 Eintritten (gut 800 pro Tag) hat das Museum Rietberg im letzten Jahr den Publikumsrekord von 1993 egalisiert. Stolz zeigt sich Direktor Albert Lutz zudem über Rekordeinnahmen von rund 3 Mio. Franken und den "ausserordentlich hohen" Selbstfinanzierungsgrad von 50%.

Indische Miniaturen zum Geburtstag

Das Museum Rietberg gilt als europaweit führendes Haus im Bereich der indischen Malerei. Diesem Umstand sei zu verdanken, so Lutz, dass der kürzlich verstorbene deutsche Sammler Horst Metzger dem Zürcher Museum 250 indische Miniaturen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert vererbt hat.

Rund 60 Werke aus dieser bedeutenden Sammlung sind nun bis zum 22. September in der Park-Villa Rieter zu sehen. "Diese Illustrationen von klassischen Gedichten und höfischer Musik gehören zum Schönsten, was in dieser Zeit in Südasien produziert wurde", betont Eberhard Fischer, der das Legat Metzger betreut.

"Die Rückkehr des Buddha"

In der Villa Wesendonck werden bis zum 1. April 2002 chinesische Skulpturen des 6. Jahrhunderts gezeigt. Sie stammen aus dem Tempelfund von Qingzhou. Qingzhou war bis vor kurzem eine wenig bekannte Kleinstadt in der ostchinesischen Provinz Shandong. Beim Bau eines Sportplatzes förderten 1996 Bauarbeiter Steinfragmente von über 320 buddhistischen Figuren zu Tage.

Südseekunst und "Jedermann"

Als weitere Höhepunkte des Jubiläums-Programmes stellte Albert Lutz zwei Sonderausstellungen in Aussicht. Im Rahmen der Zürcher Festspiele wird Kunst der Admiralitätsinseln in der Südsee gezeigt (16. Juni bis 20. Oktober). Und am 1. Dezember wird die Ausstellung "Liebeskunst und Liebesleid in der Weltkunst" eröffnet.

Bewegte Geschichte

Otto und Mathilde Wesendonck ist es letztlich zu verdanken, dass die Stadt Zürich über den wunderbaren Museumspark in der "Enge" verfügt. 1857 hatte der deutsche Seidenfabrikant die Villa "Wahlheim" (heute Wesendonck) erbaut, wo seine Frau während Jahren die kulturelle Elite der Stadt empfing.

1871 zog die Familie Wesendonck nach Dresden und verkaufte ihren Besitz dem Winterthurer Industriellen Adolf Rieter. Dessen Familie erwarb und baute neue Gebäude und gab dem "Rieterpark" seinen Namen. 1945 kaufte die Stadt Zürich die Villa Wesendonck. 1952 wurde darin das "Welt-Kunst-Museum" Rietberg für die Sammlung des Barons Eduard von der Heydt eröffnet.


swissinfo und Agenturen

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