AHV-Verwalter: Volks-Vermögen nicht in Gefahr

Die Börsenbaisse schlägt auch auf die Pensionskassen und den AHV-Fonds durch. Die Performance ihrer Portfolios hat laut einer Studie des Pensionskassen-Verbandes und einer Beratungsfirma deutlich nachgelassen. Die Kassen halten an ihren Anlagestrategien fest und hoffen auf langfristige Rendite.

Dieser Inhalt wurde am 06. September 2001 - 18:02 publiziert

Die Performance der Pensionskassen-Portfolios ist von einem Medianwert von 11,5 Prozent im Jahr 1999 auf 1,5 Prozent im vergangenen Jahr und gar auf minus vier Prozent im ersten Quartal 2001 gesunken, wie aus der gemeinsamen Studie der Berater von Watson Wyatt und des Schweizerischen Pensionskassen-Verbandes (ASIP) hervorgeht.

Das heisst, dass die Performance der Hälfte der 50 befragten Kassen, die rund 80 Milliarden Totalvermögen repräsentieren, unter minus vier Prozent lag, wie Mitautor Beat Zaugg darlegte. "Einige Kassen, vor allem solche, die erst vor kurzem in die Börse eingestiegen sind, werden sich für den Fall einer weiteren Börsenbaisse wohl Massnahmen überlegen müssen", sagte er.

Für ASIP-Geschäftsführer Gregor Ruh besteht jedoch kein Grund zur Panik. "Die Kassen haben genügend Wertschwankungsreserven, um die derzeitige Baisse abzufedern", sagte er. Auf Grund von langfristigen Anlagestrategien seien sie nicht gleich zum Aussteigen gezwungen, wenn die Kurse einmal sinken.

Ähnlich sieht es Felix Senn, Verantwortlicher für das Portfolio-Management der Bundespensionskasse. Die Anlagestrategie könne dank dem langfristigen Zeithorizont beibehalten werden. Das am 1. August in Kraft getretene Anlagereglement für Publica, die neue Pensionskasse des Bundes, basiert denn auch weitgehend auf der alten Strategie, wie Publica-Direktor Peter Düggeli sagte. Sein Vertrauen ist ungebrochen, obwohl das Renditeziel im ersten Halbjahr 2001 verfehlt wurde. "Für unsere Anlagen ist nicht die Marktentwicklung entscheidend, sondern die Verpflichtungsstruktur", sagte Düggeli.

AHV-Vermögen laut Verwalter nicht gefährdet

Auch das AHV-Vermögen steht unter dem Druck der Börsenkorrektur. Von einem Anlagevermögen von 21,5 Mrd. Franken sind zurzeit 11,5 Prozent in ausländischen und 14,3 Prozent in inländischen Aktien angelegt, wie Ulrich Grete, Verwaltungsrats-Präsident des AHV-Ausgleichfonds sagte. Da das Inlandportfolio zu einem grossen Teil passiv bewirtschaftet werde, also auf Index-Werte fokussiere, habe es den Wertverlust der Märkte von etwa 18 Prozent im ersten Halbjahr mitgemacht. Bedenken, dass hier Volksvermögen verspielt werde, weist Grete zurück. Die Anlagestrategie sei eine mittelfristige, ausgelegt auf drei bis vier Jahre. Darin soll der Anteil der Aktien von heute 26 Prozent auf dereinst 40 Prozent ausgebaut werden. "Die Schwäche der Märkte ist kein Grund, daran etwas zu ändern", sagte er. Für das gesamte Portfeuille rechnet Grete mittelfristig mit einer Jahresrendite von rund sechs Prozent.

swissinfo und Agenturen

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