Aids-Impstoff vor zweiter Hürde

Einmal mehr hofft die Welt auf einen Aids-Impfstoff. Keystone

Nach den erfolgversprechenden Resultaten der ersten Testserie startet die Universitätsklinik CHUV in Lausanne eine weitere Versuchsphase mit Freiwilligen.

Dieser Inhalt wurde am 16. Februar 2005 - 19:49 publiziert

Die erste Testphase im Rahmen der EuroVacc-Studie hatte im August 2003 gleichzeitig in Lausanne und London begonnen.

Diese erste Testphase führte zu erfolgversprechenden Resultaten, wie Séverine Burnet, Logistik-Verantwortliche der Lausanner Studie, sagte. Das Medikament habe bei der Hälfte der 24 Testpersonen eine schützende Wirkung gezeigt.

Mit dem Start der zweiten Versuchsreihe ab kommendem Montag tritt die Testserie in die entscheidende Phase. Es wird darum gehen, den bereits getesteten Impfstoff NYVAC-VIH-C mit dem bisher nie am Menschen angewandten Medikament ADN-VIH-C zu kombinieren.

Sechsmonatige Testphase

Dieser klinische Versuch - EuroVacc 02 genannt - umfasst insgesamt 40 Testpersonen, die je zur Hälfte in Lausanne und London rekrutiert wurden. 20 von ihnen erhalten das Medikament ADN-VIH-C.

Am Montag erhalten einige Personen in Lausanne die erste Injektion. Falls sich keine unerwünschten Nebenwirkungen zeigen, werden danach auch die anderen Testteilnehmer geimpft.

Die Versuchspersonen erhalten innerhalb von sechs Monaten je zwei Injektionen der beiden verschiedenen Impfstoffe.

Die Analyse der Resultate wird danach voraussichtlich mehr als ein Jahr in Anspruch nehmen. Bei positiven Ergebnissen werden die klinischen Versuche in einem grösseren Massstab fortgesetzt.

Das am weitesten entwickelte Medikament

Die EuroVacc-Studie wird von einem Forschungsprogramm der Europäischen Union unterstüzt. Seit mehr als fünf Jahren sind 21 Forschungslabors sowie Unternehmen aus der Pharma- und Biotechnologiebranche daran beteiligt. Ziel ist es, einen präventiven und wirksamen Schutz gegen Aids zu entwickeln.

Der Impfstoff NYVAC-HIV C ist das derzeit am weitesten entwickelte Medikament gegen eine vor allem in Asien weit verbreitete Aids-Art. Diese betrifft rund 50% sämtlicher Aids-Erkrankungen weltweit.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Fast 50% aller HIV-Infizierten sind Frauen.
Auf junge Leute zwischen 15 und 24 entfällt fast die Hälfte aller HIV-Infektionen.
Nur 7% aller Menschen in Entwicklungsländern, die eine Behandlung gegen Retroviren brauchen, haben Zugang zu den entsprechenden Medikamenten.
Weltweit werden gegenwärtig rund 5 Mrd. Dollar zur Aidsbekämpfung ausgegeben.
Im Jahr 2007 werden dazu voraussichtlich 20 Mrd. benötigt werden.

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