Aliesch ergreift das Wort

Aliesch steht seit Juli im Kreuzfeuer der Kritik. Keystone

Der unter Bestechungs-Verdacht stehende Bündner Regierungsrat Peter Aliesch hat sich erstmals nach seinem Partei-Austritt an die Bevölkerung gewandt. Nach einem schweren Patzer eine Übung einfach abzubrechen, sei die schlechteste Lösung, schreibt Aliesch in einer Stellungnahme in der Zeitung "Südostschweiz".

Dieser Inhalt wurde am 25. August 2001 - 12:03 publiziert

Er wolle sich nicht rechtfertigen, sondern die Eckpfeiler seiner Entscheidung erläutern und transparenter machen. Eine repräsentative Befragung der stimmberechtigten Bündner Bevölkerung habe ergeben, dass fast 60% der Befragten der Meinung sei, die Annahme der Geschenke sei falsch gewesen.

Dies sei auch seine Meinung, schreibt Aliesch. Er sei sich zwar bewusst, Fehler gemacht zu haben. Nie aber habe er dadurch jemandem einen unrechtmässigen Vorteil verschafft. Einer kommenden Untersuchung, die sich auf Tatsachen abstütze, sehe er deshalb mit Zuversicht entgegen.

Es gebe eine Reihe von wichtigen Aufgaben und Arbeiten, die noch bis zum Ablauf seiner Amtszeit bis Ende 2002 zu erledigen seien. "Jetzt einfach die Flinte ins Korn zu werfen, ist für mich keine Lösung", schreibt Aliesch. Das entspreche nicht seiner politischen und persönlichen Auffassung von Pflichterfüllung. Auch wäre es nicht im Sinne der in seinem Departement anstehenden wichtigen Geschäfte.

Er habe in seinen jungen Jahren als Kunstturner eine wichtige Erfahrung gemacht, die sein Handeln und Denken bis heute massgeblich geprägt habe: "Nach einem schweren Patzer eine Übung abzubrechen, ist stets die schlechteste aller Lösungen", schreibt Aliesch. Nicht selten erweise sich nämlich das Zu-Ende-Bringen der gestellten Aufgabe als wichtiger Beitrag für das Mannschaftsresultat.

Die Bündner Regierung hatte Mitte August dem Regierungsrat die Zuständigkeit für die Kantons- und die Fremdenpolizei entzogen. Dies, weil ihm Bestechung durch den mutmasslichen griechischen Millionen-Betrüger Panagiotis Papadakis vorgeworfen wird. Der Entzug wurde jedoch nicht als Entmachtung oder Strafaktion bezeichnet.

An einer Sondersession des Grossen Rates, des Bündner Parlamentes, vom kommenden 7. September soll über die Aufhebung der Immunität Alieschs beschlossen werden. Die Zürcher Justiz hat bereits eine Strafuntersuchung gegen Aliesch wegen Verdachts der Bestechung durch Papadakis beantragt.

swissinfo und Agenturen

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