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Bern erleichtert über die Festnahme von Saddam

Saddam Hussein unmitelbar nach seiner Gefangennahme.

(Keystone)

Mit Erleichterung hat das Schweizer Aussenministerium die Verhaftung des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein zur Kenntnis genommen.

Iraks Diktator wurde am Samstag in einem gemauerten Erdloch südlich seiner Heimatstadt Tikrit gefangen genommen.

Das Schweizer Aussenministerium (EDA) schreibt, die Verhaftung Saddam Husseins lasse auf eine baldige Rückkehr zur vollen Souveränität Iraks hoffen.

Saddam Hussein habe in dem Land eine brutale Diktatur errichtet, welche schwere Verletzungen der Menschenrechte begangen und mörderische Kriege verursacht habe, heisst es im Communiqué des EDA vom Sonntag.

Nun hoffe man auf rasche Fortschritte beim Übergang zu einer demokratischen, das internationale Recht und rechtssstaatliche Prinzipien respektierende Ordung in Irak.

"We got him"

Als die US-Soldaten den bärtigen und zerzausten Mann aus dem Kellerloch zogen, waren sie sich zunächst nicht sicher, ob es sich wirklich um Saddam Hussein handelt.

Doch wenige Stunden später war die Identität des früheren irakischen Machthabers mit wissenschaftlichen Methoden einwandfrei nachgewiesen.

Damit fand eine der aufwändigsten Fahndungen der jüngeren Geschichte ihr Ende. "Meine Damen und Herren, wir haben ihn", verkündete der US-Zivilverwalter Paul Bremer am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Bagdad.

Saddam Hussein befand sich nach Angaben der USA in einem seit längerer Zeit beobachteten Haus in Adwar, 16 Kilometer von seiner Geburtsstadt Tikrit entfernt.

Kein Schuss

Soldaten der 4. Infanteriedivision führten am Samstagabend gegen 20.30 Uhr Ortszeit zusammen mit Sondereinsatzkräften die "Operation Red Dawn" (Operation Morgenrot) durch.

Bei der Aktion sei kein Schuss gefallen, niemand sei verletzt worden, teilte Generalleutnant Ricardo Sanchez mit. Neben dem Ex-Diktator seien weitere Personen festgenommen worden, hiess es.

"Seine Erscheinung war so, dass man nicht sofort sagen konnte, es ist Saddam Hussein", sagte ein ranghoher Vertreter der USA. Aber einige Merkmale am Körper des Gefangenen sowie nicht näher bezeichnete weitere Informationen gaben den US-Soldaten dann die erste Bestätigung, dass sie ihr Ziel erreicht hatten.

DNA-Probe


Bei Bremers Pressekonferenz zeigte die US-Armee ein Video, auf dem Saddam Hussein zunächst mit wirrem Haar und mit langem grau meliertem Bart zu sehen war, wie er gerade von einem Arzt mit einem Zungenspatel untersucht wurde, offenbar um eine DNA-Probe zu nehmen.

Eine weitere Aufnahme zeigte Saddam Hussein dann mit seinem markanten Schnauzbart, ansonsten aber sauber rasiert und frisiert.

Der amerikanische Präsident George W. Bush erfuhr US-Regierungskreisen zufolge erstmals auf seinem Landsitz Camp David am Samstagnachmittag (Ortszeit) von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, dass Saddam Hussein möglicherweise gefasst wurde.

Bremer räumte jedoch letzte Zweifel aus. "Der Tyrann ist ein Gefangener", sagte er vor den teilweise jubelnden Journalisten in Bagdad.

swissinfo und Agenturen

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