Bischof Koch bittet Juden um Entschuldigung

Die vier umstrittenen römisch-katholischen Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. müssten das Judentum anerkennen. Erst dann soll ihre Exkommunikation aus der römisch-katholischen Kirche aufgehoben werden. Das fordern die Schweizer Bischöfe.

Dieser Inhalt wurde am 27. Januar 2009 - 14:40 publiziert

Papst Benedikt XVI. hatte am Samstag in einem Dekret die Exkommunikation der vier Bischöfe aufgehoben. Gegen einen von ihnen, den Engländer Richard Williamson, wird jedoch wegen Leugnung des Holocausts ermittelt.

Der Brite hatte in einem Fernsehinterview gesagt, historische Fakten sprächen gegen die Existenz von Gaskammern. Es seien nicht sechs Millionen Juden von den Nazis ermordet worden, sondern 200'000 bis 300'000 - aber keiner von ihnen in Gaskammern.

Bischof Koch, Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz, schreibt in einer Stellungnahme, der Papst werde die Leugnung des Holocausts niemals dulden. Koch bittet die Juden für die "Irritationen" um Entschuldigung.

Die vier Bischöfe der Priesterbruderschaft müssten versichern, dass sie die Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Beziehungen der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen und im besonderen zum Judentum anerkennen würden.

Das päpstliche Dekret hatte für harsche Kritik gesorgt: Fortschrittliche katholische Kreise stossen sich an der Rehabilitation einer erzkonservativen Bewegung. Und die Schweizer Juden zeigten sich darüber besorgt, dass Williamson wieder der katholischen Kirche angehören solle.

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