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CACT - der Kunstvirus im Tessin

Als einzige nichtkommerzielle Institution im Tessin pflegt und fördert das Centro d'Arte Contemporanea (CACT) in Bellinzona zeitgenössische visuelle Kunst. Im Mittelpunkt seines neuen Ausstellungs-Konzepts stehen exklusive Projekte.

Dieser Inhalt wurde am 22. Juli 2001 - 16:56 publiziert

Untergebracht ist das Zentrum, mit vollem Namen Centro d'Arte Contemporanea Ticino (CACT), in einem Privathaus an der Peripherie der Tessiner Hauptstadt. Eine symbolische Lage, denn genauso peripher geblieben ist im südlichsten Kanton der Schweiz der Status der jungen und jüngsten Kunst, die hier ihren Ort gefunden hat.

Der Kurator Mario Casanova erinnert sich: "Wir mussten vollkommen neue Wege gehen. Denn 1994, als wir den Kunstverein CACT gründeten, waren Installationen, künstlerische Fotografie und Videokunst in den Tessiner Museen schlicht nicht vorhanden."

Fotografie und Video

Bewegung in die verkrustete Kunstlandschaft brachte schon die erste vom Architekten Aurelio Galfetti kuratierte Ausstellung mit Wandzeichnungen und Skulpturen des Solothurners Martin Disler. Von Beginn weg beschränkte sich Casanova nicht auf die vier Räume im Centro, sondern setzte den Kunstvirus in Umlauf.

Dislers Skulpturen etwa fanden im Castelgrande der Stadt einen populären Ausstellungsraum. Und die erste Fotografie-Ausstellung von 1995 mit grossen Namen wie Annelies Strba, Hannah Villiger, Klaudia Schifferle, Urs Lüthi, Balthasar Burkhard, René Burri oder Fischli/Weiss dehnte sich aus in die Galleria Gottardo Lugano und die Galleria Matasci Tenero.

«999» schliesslich, seine bisher aufwendigste, grösstflächige und mit zahlreichen Videoinstallationen ausgestattete Ausstellung, etablierte Casanova 1999 zusammen mit dem Kurator Giovanni Carmine im Palazzo Ex Troesch in Bellinzona.

Programmatisch setzt das CACT auf Durchmischung: Zum Zug kamen neben Arrivierten wie Roman Signer oder Ingeborg Lüscher immer auch Newcomer wie Shahryar Nashat oder Yann Amstutz.

Ort des Austauschs

Finanziell steht die Institution auf wackligen Beinen. Stadt, Kanton und das Bundesamt für Kultur unterstützen sie jährlich mit insgesamt 20 000 Franken. Das entspricht rund einem Fünftel der Betriebskosten, die sich nur dank geschenkter Miete in Grenzen halten. Projektabhängige Beiträge überweisen jeweils andere Städte und Kantone, Pro Helvetia, Stiftungen oder Sponsoren.

Flexibel in die Zukunft

Stellte das CACT bis anhin mit Vorliebe Leihgaben aus, legt es heute grössten Wert darauf, zu einem Ort exklusiver Werkproduktion zu werden. Eine engere Zusammenarbeit mit den Kunstschaffenden einerseits, ein höheres Prestige in der Museumslandschaft anderseits gehören zu den Zielsetzungen, die Casanova mit seiner Neuorientierung verfolgt. Zudem ist er überzeugt, dass sich seine Kunstschaffenden dadurch besser vermitteln lassen.

"Wer täglich ums Überleben kämpft, darf sich keine festgefahrene Form erlauben", schrieb Giovanni Carmine in der März-Nummer des "Kunst-Bulletins" zur aktuellen Situation des CACT. Mario Casanova ist sich dieses Grundsatzes bewusst: Er zeigt sich überzeugt, dass sich die Reformen lohnen und seinem Zentrum zu einer sicheren Zukunft verhelfen.

swissinfo und Karl Wüst (SDA)

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