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Davos empfängt die Welt

Teilnehmer beim Eröffnungs-Apéro.

(WEF)

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos ist eröffnet. Einmal mehr wandelt sich der Skiort in eine Bühne für die Grossen aus Wirtschaft und Politik.

Die Schweizer Regierung ist mit fünf ihrer sieben Mitglieder präsent. Die offizielle Eröffnungsrede hält Bundespräsident Deiss am Mittwoch Abend.

Die Schweizer Politik und auch die Spitzen der Wirtschaft sind am Weltwirtschaftsforum in Davos mit dabei. So Walter Kielholz von Credit Suisse, Novartis-Chef Daniel Vasella und Peter Brabeck von Nestlé.

Sie werden sich mit über 2100 weiteren Wirtschaftskapitänen, Spitzenpolitikern und Wissenschaftlern in die Konferenzsäle drängen. Zudem haben auch etwa 30 Staatschefs ihre Teilnahme angekündigt.

Zu den bekannten Teilnehmern gehören der US-amerikanische Vizepräsident Dick Cheney und Justizminister John Ashcroft, UNO-Generalsekretär Kofi Annan, Grossbritanniens Aussenminister Jack Straw und sein französischer Gegenspieler Dominique de Villepin, Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer und auch Pakistans Präsident Pervez Musharaf.

José-Maria Figueres, Co-Direktor des WEFs, sagte gegenüber swissinfo, das seien noch nicht alle. "Noch ist es nicht öffentlich, aber es wird zwei grosse Überraschungen geben. Eine zu Beginn und eine gegen Ende."

Herausforderung Sicherheit

Die zahlreich präsente Prominenz ist für die Schweizer Behörden eine grosse Herausforderung: Die Sicherheit muss gewährleistet werden. Rund 4700 Armeeangehörige und viele weitere Sicherheitskräfte wurden aufgeboten, um das Dorf zu sichern. Zudem herrscht über Davos striktes Flugverbot.

In den letzten Jahren gab es in Davos sowie in Zürich, Bern und anderen Orten immer wieder Ausschreitungen nach Demonstrationen. Für dieses Jahr werden in der Region des WEF weniger Globalisierungskritiker erwartet.

Allerdings könnten die Demonstrationen gewalttätiger ablaufen als auch schon, vermutet Walter Schlegel, Sicherheitschef des Kantons Graubünden.

Die Gesamtkosten für die Sicherheit der Gäste werden wohl gegen 30 Mio. Franken betragen.

Hohe Politik

Doch von alledem werden die Teilnehmenden kaum etwas mitbekommen. Denn ihr Programm ist gedrängt: 257 Veranstaltungen sind vorgesehen. Diskutiert werden Themen wie "Ist China eine Goldmine oder ein Minenfeld für ausländische Investoren?" oder "Scham als Instrument der Politik".

Dank der Teilnahme des Verwalters Paul Bremer ist Irak weit oben auf der Agenda. Israelisch-palästinensische Themen liegen ebenfalls in der Luft, da Israels Aussenminister Silvan Shalom und einige ranghohe Palästinenser in Davos sein werden.

Welthandel vorantreiben

Zudem würden die WEF-Organisatoren gerne die Welthandelsrunde von Doha vorantreiben. Bereits gab es Spekulationen zu einem möglichen "Neben-Gipfel". Die Schweiz habe 30 Staaten eingeladen, 20 hätten bislang zugesagt, bestätigte der Sprecher von Bundespräsident Joseph Deiss.

An der von Deiss geleiteten Sitzung nimmt auch der Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), Supachai Panitchpakdi, teil. Nicht anwesend sein werden hingegen der US-Handelsbeauftragte Robert Zoellick und der EU-Handelskommissar Pascal Lamy.

Die Schweizer Bundesräte werden die Tage in Davos auch für bilaterale Gespräche nutzen. So wird Joseph Deiss am Samstag mit dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan zusammentreffen. Dabei geht es um das seit längerem getrübte Verhältnis zwischen den beiden Ländern.

"Anzahl ungelöste Probleme"

Das diesjährige WEF-Motto ist "Partnerschaft durch Sicherheit und Wohlstand". Um dieses Ziel zu erreichen, brauche es Frieden, Gleichheit, Sicherheit plus Wohlstand, sagte WEF-Gründer und Präsident Klaus Schwab im Vorfeld.

"Und um eine friedliche Welt zu erschaffen, braucht es Partnerschaft. Das kann nicht von einem Land alleine gemacht werden", so Schwab im Gespräch mit swissinfo. Punkto Wirtschaftsentwicklung gibt er sich verhalten optimistisch. Es gebe positive Zeichen, "doch es gibt eine Anzahl ungelöster Probleme".

Armut, Umweltfragen, das US-amerikanische Budgetdefizit, europäische Strukturreformen und auch Finanzentwicklungen in China sind gemäss Schwab potenzielle Auslöser für Instabilitäten.

Das öffentliche Auge

Was das WEF an konkreten Ergebnissen bringt und welches die Folgen von möglichen Globalisierungs-Fortschritten wären, das wird im "anderen Davos" sorgfältig beobachtet.

Die bereits traditionellen Gegenkonferenzen des "Public Eye" bilden mit eigenen Diskussionsrunden den Leuten und Organisationen eine Plattform, die am offiziellen Konferenzzentrum aussen vor bleiben.

swissinfo, Jacob Greber
(Übertragung aus dem Englischen: Eva Herrmann)

Fakten

Die Wurzeln des WEF gehen bis 1971 zurück. Damals organisierte der Genfer Wirtschafts-Professor Klaus Schwab ein Management-Symposium in Davos.
Seither fand das WEF beinahe jedes Jahr in Davos statt.
Die überwiegende Mehrheit der Einwohner Davos' stimmte kürzlich für eine weitere Unterstützung fürs WEF in Davos.
SF DRS und swissinfo übertragen viele Veranstaltungen des WEF live auch via Internet.

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