Deutsche Wochenzeitung war eine Seifenblase

Wie eine Seifenblase geplatzt ist die "Deutsche Wochenzeitung Schweiz". Nach einer einzigen gedruckten Ausgabe im November 2009 vegetierte die Publikation von Ljubljana aus neun Wochen lang noch im Internet weiter. Nun ist auch das zu Ende.

Dieser Inhalt wurde am 18. Mai 2010 - 13:46 publiziert

Die für eingewanderte Deutsche geschaffene Publikation ist damit Geschichte, bestätigte die designierte und nie amtierende Chefredaktorin Christina Burghagen einen Bericht im "Tages-Anzeiger".

Von der "Zeitung für Deutschlesende" (Eigenwerbung) wurde lediglich eine Ausgabe gedruckt und zwar im November 2009 von Ringier. Wie Konzernsprecher Stefan Hackh bestätigte, wartet das Unternehmen immer noch auf die Begleichung der Druckrechnung. Es handle sich aber nicht um einen exorbitanten Betrag.

Nicht nur die Drucker warten auf ihr Geld und die Abonnenten auf ihre Zeitung: Nach Angaben Burghagens wurden auch Honorare für Journalisten nie bezahlt. Sie allein blieb auf Lohnforderungen von rund 14'000 Franken sitzen. Die Arbeit für die "Deutsche Wochenzeitung" war aufreibend, weiss sie weiter zu berichten. Die Kontakte für die Online-Ausgabe in Ljubljana seien chaotisch und mühsam gewesen.

Zurück bleiben neben dem Berg unbezahlter Rechnungen viele offene Fragen. Im Zentrum: Der Chefredaktor und Initiant Ole Glausen. Dieser mit Fug und Recht als "schillernd" zu bezeichnende Mann hatte mit der Lancierung des Blatts in der Schweiz und beim nördlichen Nachbarn medial für Furore gesorgt.

Die "Deutsche Wochenzeitung" habe bereits 2000 Abonnenten, erklärte Glausen. Bis Ende 2010 sollte das Blatt gar die Gewinnschwelle erreichen. Unbeachtet blieb weitherum, dass Glausen bereits mit mehreren Medienprojekten Schiffbruch erlitten hatte.

Glausen ist derzeit nach Angaben Burghagens abgetaucht. Gegenüber dem "Tages-Anzeiger" erklärte er sich aber als nicht mehr zuständig für sein jüngstes Kind, die Zeitung für Deutsche.

swissinfo.ch und Agenturen

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