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Die Schweiz in der globalisierten Wissenschaft

Charles Kleiber: "Die Welt der Wissenschaft ist globalisierter als die Wirtschaft."

(Keystone Archive)

Internationale Beziehungen in globalisierten Bereichen stärken: Dies ist das Ziel des wissenschaftspolitischen Komitees der OECD.

Innenminister Pascal Couchepin und Staatssekretär Charles Kleiber leiten die Schweizer Delegation am jährlichen Treffen in Paris.

Am Donnerstag und Freitag treffen sich die Wissenschaftsminister der Industriestaaten in Paris zum jährlichen Treffen des wissenschaftspolitischen Komitees der Organisation für Entwicklung und Wirtschafts-Zusammenarbeit (OECD).

Das Komitee definiert sich als Promotorin von neuen Ideen und Entwicklungen.

"Das Ziel ist es nicht, Entscheide zu treffen", erklärt Charles Kleiber, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, gegenüber swissinfo. "Es geht darum, die Ideen kennen zu lernen, welche dann von den verschiedenen Regierungen umgesetzt werden."

Die Innovation hat Vorrang

Dieses Jahr liegt der Fokus auf der Innovation, und damit der Wirtschaft. Die Schlüsselfrage: Wie kann eine im Labor entwickelte Erfindung in ein Produkt umgewandelt werden, welches der Menschheit hilft?

Daher steht dieses Jahr die Frage im Zentrum, wie die Forschung besser mit der Wirtschaft kooperieren kann, um gemeinsam neue Innovationen hervorzubringen.

Am Ende des Treffens werden die Vertreter der Regierungen und der Wissenschaft mit Aufträgen nach Hause gehen, die laut dem Komitee von öffentlichem Interesse sind.

Auf Schweizer Seite spricht Pascal Couchepin konkret von der Neuro-Informatik, ein Bereich, in dem die Schweiz eine wichtige Rolle spielen möchte. Es geht dabei um die Archivierung, Behandlung und Verteilung einer enormen Menge von Daten, die weltweit in der Hirnforschung produziert werden.

Die weiche Globalisierung

Die Welt der Wissenschaft hat bei der Globalisierung nicht auf die Wirtschaft gewartet. "In diesem Prozess der menschlichen Kooperation ist vermutlich die Wissenschaft am weitesten", unterstreicht Kleiber.

"Es ist eine weiche Globalisierung. Denn sie basiert auf dem Teilen von Wissen", betont der Staatssekretär. "Das Phänomen existiert schon lange, doch nun hat es sich beschleunigt. Das neue Wissen entsteht mehr und mehr in internationalen Netzen."

Er zeigt dies am Beispiel der Publikationen von Schweizer Forschern in den Wissenschafts-Magazinen. Heute seien mehr als zwei Fünftel von einer Schweizer und mehreren internationalen Gruppen co-signiert.

"Die Wissenschaft ist immer globaler, und sie soll es auch sein. Doch sie sollte auch lokal verwurzelt sein", so Kleiber weiter. "Wir brauchen eine wissenschaftliche Kultur. Die Forschung wird zur Kultur, wenn sie uns von unserer Menschlichkeit berichtet. Als Weltbürger, aber auch als Schweizer."

Forschung ist eine Priorität

Schöne Aussichten. Aber, haben solche Visionen eine Zukunft in Zeiten der grossen Budgetkürzungen, welche der Eidgenossenschaft bevorstehen?

Der Staatssekretär relativiert die Tragweite des Schadens: "Die Schweizer Forscher haben das Glück, dass Regierung und Parlament erklärt haben, dass die Wissenschaft eine Priorität sei."

Während der nächsten vier Jahre wird die Schweiz ihr Budget für Bildung, Forschung und Technologie jährlich um 4,5% aufstocken. Dies ist sicher weniger, als die von der Wissenschaft gewünschten 6%. Doch es ist immer noch mehr, als in den meisten Nachbarstaaten.

Beispiel Basel

Die Zeit der fetten Jahre jedoch ist vorbei. Die Schweizer Universitäten sind in einer schwierigen Lage. Basel hat vergangene Woche einige Fächer und Professuren gestrichen.

"Ein Schritt in die richtige Richtung", ist Charles Kleiber überzeugt. Er hofft, dass weitere Hochschulen nachziehen. "In vielen Disziplinen haben wir nicht genug Studierende und Professoren. Denn es braucht ein Minimum an Personen, damit eine Debatte entstehen kann, und damit Kreativität."

Kleiber ruft die Schweizer Universitäten dazu auf, ihre Stärken mehr zu fördern. "Dies führt zu einer besseren Anerkennung in der Schweiz, und damit zu einer Wertsteigerung im Ausland."

swissinfo , Marc-André Miserez
(Übertragen aus dem Französischen: Christian Raaflaub)

In Kürze

Die OECD wurde 1961 gegründet. Ihr gehörten von Beginn weg die Länder Westeuropas (mit der Schweiz und der Türkei), Kanada und die USA an.

Später dazu kamen Japan, Australien, Neuseeland, Mexiko, Südkorea und einige der ehemaligen osteuropäischen Satellitenstaaten.

Hauptziel sind die Promotion von Entwicklung und Wirtschafts-Zusammenarbeit, doch die OECD ist auch ein grosser Lieferant von Statistiken aller Art.

Ihr wissenschafts-politisches Komitee trifft sich jährlich, um neue Ideen in diesem Bereich auszutauschen und zu fördern.

Das Treffen 2004 findet vom 29. bis 30. Januar in Paris statt. Das Motto: "Forschung, Technologie und Innovation für das 21. Jahrhundert."

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