Die Schweizer Wirtschaft auf dem Höhepunkt

Es geht uns - wirtschaftlich gesehen - gut! Keystone

Dieses Jahr war geprägt von einem allgemeinen Wirtschafts-aufschwung. Die Inflation ist unter Kontrolle, die Arbeitslosigkeit scheint bezwungen, und die Analysten sehen für 2001 ein weiteres, wenn auch etwas abgeschwächtes Wachstum voraus.

Dieser Inhalt wurde am 24. Dezember 2000 - 20:08 publiziert

Alles scheint wieder zum Besten bestellt. Nach fast zehn etwas mageren Jahren geht es wirtschaftlich wieder aufwärts in der Schweiz. Alle Indikatoren (Umsätze im Detailhandel, Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten, Kaufkraftindex) deuten darauf hin, dass es so weiter geht.

Arbeitslosigkeit weiter tief

Im dritten Quartal war zwar eine leichte Abschwächung zu verzeichnen, aber laut den Ökonomen wird die solide Konjunktur nicht in Frage gestellt. Für das Jahr 2000 erwarten die Experten ein reales Wirtschaftswachstum von 3,3 Prozent.

Nicht der geringste Schatten einer Rezession zeigt sich am Horizont. Das BIP dürfte 2001 um 2,2 bis 2,6 Prozent und im folgenden Jahr um 2 Prozent steigen. Ergänzt wird das gute Bild von einer Arbeitslosigkeit von 2 und einer Inflation von rund 1,9 Prozent.

USA und Erdölpreis

Doch das künftige Wachstum im Land wird vor allem von der Weltwirtschaft abhängen. Sinkt die weltweite Nachfrage, wird auch die Schweiz nicht davon verschont bleiben. Zur Zeit richten sich alle Blicke auf die USA, wo der grösste Aufschwung seit zehn Jahren verzeichnet wurde. Verliert die amerikanische Wirtschaft diesen Schwung, werden dies alle Industriestaaten zu spüren bekommen.

Die anderen wichtigen Fragen betreffen die Entwicklung des Erdölpreises und des Frankens. Ein andauernder Auftrieb der Kurse hätte einen grossen Einfluss auf die Ausgaben der Haushalte. Zur Zeit sind die Schweizerinnen und Schweizer ziemlich optimistisch, ihre Konsumausgaben haben real um 1,7 Prozent zugenommen. Ausgegeben wurde das Geld vor allem für Freizeit und Kultur.

Schatten in der Idylle

Einige dunklere Stellen trüben allerdings das fast idyllische Bild. Mit einer Rate von rund 2 Prozent scheint die Arbeitslosigkeit ein Niveau erreicht zu haben, das nicht weiter reduziert werden kann. Damit werden wir uns abfinden müssen. Ausserdem könnte ein gegenüber dem Euro oder dem Dollar markant höherer Frankenkurs die Schweizer Exporte bremsen.

Eine weitere Sorge ist ein möglicher Börseneinbruch, namentlich ein Absacken der Aktien von Firmen der "Neuen Wirtschaft". Ein Ende der Börseneuphorie könnte den Konsum bremsen, da die Aktien vieler Einzelanlegerinnen und -anleger stark sinken würden. Der "Reichtumseffekt" würde umgekehrt, die virtuellen Gewinne würden zu potenziellen Verlusten.

Und vergessen wir schliesslich nicht, dass die meisten Analysten die drei grossen wirtschaftlichen Rezessionen der zweiten Hälfte des Jahrhunderts (1974, 1980 und 1990) nicht voraus gesehen hatten. Und das relativiert all die schönen Prognosen.

Luigino Canal für swissinfo

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