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Doris Leuthard bringt frischen Wind in den Bundesrat

Pressestimmen zur Bundesratswahl.

(swissinfo.ch)

Die Schweizer Presse bewertet die Wahl von Doris Leuthard in die Landesregierung mehrheitlich positiv. Die Analysten halten sie für kompetent und fähig, frischen Wind in den Bundesrat zu bringen.

Ihr eher schwaches Wahlergebnis wird auf die Tatsache ihrer Einzelkandidatur und Omnipräsenz in den Medien zurückgeführt.

"Eine Team-Playerin am richtigen Ort", titelte die Neue Zürcher Zeitung NZZ am Tag danach. Das tue dem Bundesrat, dem es seit längerem an Kollegialität mangle, not.

Leuthard habe gezeigt, dass sie "politisch geschickt und menschlich konziliant zu agieren versteht – bald als Powerplayerin bald als kompromissbereite Mehrheitsbeschafferin".

Der Tages-Anzeiger kommentiert die "glanzlose Krönung" eher skeptisch als Wahl, bei der "das Parlament gar keine Wahl hatte".

Die Wahl wird wenig ändern

Aus ihrem Heimatkanton schlägt Doris Leuthard Wohlwollen entgegen: "Die verdiente, ehrenvolle Wahl in den Bundesrat bedeutet die Krönung einer steilen politischen Karriere, hinter der viel Geschick und (Knochen-)Arbeit steckt", schreibt die Aargauer Zeitung.

"Ihre Wahl hat atmosphärische Bedeutung", stellt Der Bund aus Bern fest. Leuthards Mischung aus bodenständig, bieder, frisch und zuversichtlich wirke auf der Tribüne im Fussballstadion ebenso wie am Rednerpult im Bundeshaus oder im TV-Talk. Dennoch: "Politisch ändert sich mit Leuthard im Bundesrat wenig bis nichts."

Schwierige Aufgabe steht noch bevor

"Mit dem mittelmässigen Wahlergebnis wollte ihr das Parlament eine Warnung verpassen", schreibt die Westschweizer Zeitung Le Temps. Als gute Christdemokratin der Mitte wolle sie sicher die Truppe zusammenhalten, was schier unmöglich scheint.

"Sicher ist es ihr gelungen, die führenden Köpfe ihrer Partei im Schach zu halten, aber sie wird bald entdecken, dass einen Blocher oder Couchepin zu bändigen, eine andere Geschichte ist."

Für die Sache der Frau

Die Waadtländer Zeitung 24 heures traut Doris Leuthard durchaus mehr Erfolg zu als Joseph Deiss, schränkt aber doch ein: "Fast niemand, ausser den Grünen, hat versucht zu verstehen, warum oder wie. Niemand hat die Gelegenheit ergriffen, die Linie der Regierung klar zu machen."

"Bleibt festzustellen, dass der gestrige Tag, diskret aber doch bestimmt, einen Fortschritt für die Sache der Frau bedeutet", merkt schliesslich die Tribune de Genève an.

swissinfo, Susanne Schanda

In Kürze

Der Bundesrat ist die Schweizer Regierung (Exekutive). Sie besteht aus sieben Mitgliedern, die alle vier Jahre vom Parlament (Vereinigte Bundesversammlung) gewählt oder bestätigt werden.

Ein Mitglied der Landesregierung wird "Bundesrat" oder "Bundesrätin" genannt. Jeder Bundesrat, jede Bundesrätin, steht einem Departement als Minister oder Ministerin vor.

Aus ihrer Mitte wird jährlich abwechselnd nach Amtsdauer der Bundespräsident oder die Bundespräsidentin gewählt. Das Amt ist repräsentativ und nicht mit zusätzlicher Macht verbunden.

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