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Ferdinand Hodler Die Harmonie der Natur, wie Hodler sie sah

Am 19. Mai 1918 starb der Schweizer Maler Ferdinand Hodler in Genf. Eine grosse Ausstellung in der Rhonestadt feiert das Werk und die ästhetischen Ideale eines der grössten Schweizer Künstlers – mit einer Schau mit Werken aus seiner späten Schaffensphase, die er"Parallelismus" nannte.

Anlässlich des 100. Todestags des Schweizer Künstlers zeigt das Museum für Kunst und Geschichte in Genf zusammen mit dem Kunstmuseum Bern 100 Werke Hodlers. Das älteste Gemälde stammt von 1890.

Die Ausstellung "Hodler/Parallelismus" gastiert vom 20. April bis 19. August zuerst in Genf, bevor sie vom 14. September 2018 bis 13. Januar 2019 nach Bern zieht.

"Unsere Herausforderung bei dieser Ausstellung war es, einen neuen Blickwinkel zu finden", sagt Jean-Yves Marin, der Direktor des Genfer Museums. Seit Anfang der 2000er-Jahre steht Hodler im Mittelpunkt bedeutender Ausstellungen: 2003, 2006, 2008 und 2011 in der Schweiz und 2007 in Paris.

"Wenn man die Menschen in Genf nach Hodler fragt, sagen einige, er sei ein Landschaftsmaler, andere beschreiben ihn als Porträtmaler, während andere sagen, er sei ein Maler historischer Szenen. Aber er war all das und noch viel mehr", sagte Marin.

Start als "Fliessband"-Maler

Hodler wurde 1853 in einem ärmeren Quartier in der Schweizer Hauptstadt Bern geboren. Im Alter von 14 Jahren, nachdem er beide Eltern verloren hatte, begann er in einem Künstleratelier in Thun zu arbeiten, das Bilder für Touristen produzierte. Mit 18 Jahren zog er nach Genf, wo er die Kunstakademie besuchte. Hier absolvierte er eine klassische Ausbildung und verbrachte danach einen Grossteil seines Lebens.

Am Ende seines Lebens hatte er über 2200 Gemälde und Tausende von Skizzen geschaffen und galt als einer der führenden Künstler der Schweiz.

Seine frühen Arbeiten waren meist realistische Porträts und Landschaften. Besonders inspirierten ihn das Berner Oberland, der Thuner- und der Genfersee. Durch seine Kenntnisse der Natur, Mineralogie und Geologie, die er an der Universität studierte, und durch die Anfertigung von Tausenden von Skizzen, die er dann in seinem Atelier mit Hilfe seines Gedächtnisses und seiner Phantasie entwickelte, fand Hodler seinen einzigartigen Zugang zur Landschaftsmalerei.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich sein Werk zu einer Verbindung von Einflüssen wie Symbolik und Jugendstil. Er erforschte die Natur und Themen wie Liebe, Tod, Glaube und Hoffnung.

Symmetrie, Ordnung und Einheit

Hodler nannte seinen einfachen, neuen Stil "Parallelismus". Seine Kompositionen sollten Symmetrie, Ordnung, Rhythmen und Einheit widerspiegeln, die der Natur innewohnten.

Ab 1900 entwickelte er dann einen expressionistischen Stil mit starken Farben und geometrischen Figuren. Gegen Ende seines Lebens kehrte Hodler schliesslich zu seinen Lieblingsthemen zurück: Berg- und Seenlandschaften und Frauen.

Hodler stand in engem Kontakt mit den künstlerischen Um- und Aufbruch-Bewegungen seiner Zeit. Für seine Bilder erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter eine Goldmedaille auf der Weltausstellung 1900 in Paris.

Seine historische Malerei und sein Ruf als patriotischer Maler verdunkelten aber viele Jahre lang die führende Rolle, die er beim Übergang der europäischen Kunst vom 19. Jahrhundert zur Moderne spielte.

"Die Schwierigkeit bei dieser Ausstellung ist, dass jeder alles über Hodler weiss, also mussten wir unseren Blick auf den Künstler erneuern", sagte Laurence Madeline, die Kuratorin der Ausstellung.

"Es ist das erste Mal, dass ich eine Ausstellung geschaffen habe, die keine Geschichte erzählt oder einfach von A bis Z geht. Dies hier ist eine andere Art von Ausstellung, die sich Hodlers Bildern und dem Geist seiner Arbeit annähert und in Richtung dessen geht, was er zu erreichen versuchte - direkt zu den wichtigsten Aspekten zu gehen und unsere Augen für die Natur zu öffnen, wie er sie sah".

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