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Flughafen Zürich: Gerechte Verteilung der Lärmbelastung gefordert

Ein Schwarzpeter-Spiel ist im Gang, wer unter dem Fluglärm leiden soll.

(Keystone)

Der Flughafen Zürich könne über Schweizer Gebiet angeflogen werden, sagt der deutsche Verkehrsminister. Der Aargauer Regierungsrat fordert Anflüge auch über die Goldküste. "Wir tragen bereits die Hauptlast", betont hingegen der Zürcher Regierungsrat.

Die Fronten in der Fluglärmdebatte um den Flughafen Zürich sind verhärtet. Seit Januar sind die Staatsvertrags-Verhandlungen zwischen der Schweiz und Deutschland blockiert. Beide Seiten werfen einander fehlende Kompromiss-Bereitschaft vor.

Der deutsche Verkehrsminister Kurt Bodewig sagt in einem Interview der "Basler Zeitung" vom Montag (26.03.), es hänge wesentlich von der Schweiz ab, ob bis Ende Mai ein neuer Vertrag zustande komme. Ausgehend von einer Verdoppelung des Flugverkehrs wolle die Schweiz noch mehr Flugbewegungen über Deutschland abwickeln als bisher.

Die deutsche Regierung meine jedoch, der Flughafen Zürich könne sein Wachstum "auch ohne besondere Nutzung des deutschen Luftraums" tragen. Zentraler Punkt aller Forderungen sei, dass der Flughafen auch über Schweizer Hoheitsgebiet angeflogen werde.

Deutsche Ohren nicht anders gebaut

Die deutschen Forderungen wiederum, vor allem ein Flugverbot von Freitag 21.00 Uhr bis Montag 7.00 Uhr, ärgern den Zürcher Regierungsrat Ruedi Jeker: "Die Ohren der Deutschen sind nicht anders gebaut als diejenigen der Schweizer", sagte er in einem "Tages-Anzeiger"-Interview. Das Wochenend-Flugverbot sei kein Ansatz für Fairness und gute Nachbarschaft.

Betrachte er die An- und Abflugrouten im Umkreis von 15 Kilometern, so trügen schon heute die Zürcher Bevölkerung und die umliegenden Kantone die Hauptlast, sagt Jeker.

Auch der Kanton Aargau sei bereit, einen Teil der Last zu tragen, sagt Regierungsrat Kurt Wernli im Interview der "Aargauer Zeitung".

Man werde sich aber mit allen Mitteln wehren, damit der Aargau nicht schlucken müsse, was nicht mehr über Norden anfliegt. Wehrli fordert die Aargauer Gemeinden auf, Einsprache gegen die neue Betriebskonzession zu erheben. Dezidiert stellte er sich gegen eine "Goldküstenausnahme" und setzt sich für eine 360-Grad-Verteilung des Fluglärms ein.

Hoffnungen ruhen auf Staatsvertrag

Über künftige An- und Abflugszenarien diskutiere er erst, wenn ein Staatsvertrag vorliege, erklärt Jeker. Danach müsse es nicht mehr Sorge der Deutschen sein, wie die Starts und Landungen über Schweizer Gebiet verteilt werden.

Wie Wernli setzt auch Jeker darauf, dass Bodewig und Bundesrat Moritz Leuenberger bis Ende Mai eine politische Lösung aushandeln. Und auch Bodewig macht klar, dass er den Staatsvertrag allen anderen Möglichkeiten vorziehe.

swissinfo und Agenturen

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