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Frankreich trifft ihre "schöne Nachbarin"

Wenn die schöne Nachbarin Helvetia heisst....(labellevoisine.fr)

Mit "La belle voisine" ("Schöne Nachbarin") präsentiert Pro Helvetia schweizerisches Kunstschaffen im benachbarten Teil Frankreichs, wo ein Drittel aller Frankreich-Schweizer lebt.

Seit 12. Januar bis Ende März finden über 160 Veranstaltungen in 16 Städten statt. Danach wird die Schweiz bis 2008 Künstler aus der französischen Nachbarschaft empfangen.

Westschweizer nennen Südostfrankreich 'La France voisine'. Mit diesen benachbarten Regionen fühlt man sich stärker verbunden als mit dem Rest des grossen Landes – ähnlich wie viele Deutschschweizer mit dem alemannischen Teil Süddeutschlands.

Analog dazu bezieht sich "La belle voisine" als Wortspiel auf diese Nachbarregionen zwischen Freiburg/Fribourg und Rhône-Alpes. "Wir werden Gelegenheit erhalten, herauszufinden, was uns nahe und doch wenig bekannt ist – zwischen Nachbarn, die sich zwar grüssen, aber nicht unbedingt gut kennen", sagt der Kultur-Verantwortliche der Lyoner Stadtpräsidentschaft, Patrice Beghain.

Beghain zeigt sich gegenüber swissinfo sehr zufrieden mit dem Umstand, seine Stadt von der "sehr lebendigen, multikulturellen und mehrsprachigen Kunstszene der Schweiz" profitieren zu lassen.

"Wir werden jene Beziehungen ausleuchten, die in der Romandie unter der Bezeichnung 'France voisine' laufen, und unser Schaffen ganz allgemein sichtbarer machen", sagt Lukas Heuss von Pro Helvetia.

Mehr Lyon als Paris

Die Idee kreierten 2002 Bundesrat Pascal Couchepin und der damalige Premierminister Jean-Pierre Raffarin. In der Folge wurde die Kulturstiftung Pro Helvetia mit der Durchführung beauftragt. Pro Helvetia nutzt 60% ihres Budgets für Projekte im Ausland.

Die Stiftung arbeitet dafür mit Präsenz Schweiz, den beiden jeweiligen Botschaften, dem Schweizer Generalkonsulat in Lyon und regionalen Instanzen zusammen.

"Wir verzichteten auf den Standort Paris, aus Furcht, dort in der Unmenge des kulturellen Angebots der Metropole unterzugehen", sagt Roland Knobel. Deshalb habe man laut dem Schweizer Konsul in Lyon die zweitgrösste Stadt Frankreichs, Lyon, ausgewählt.

"Lyon kennt ein aktives Kulturleben und unterhält mit der Schweiz bereits Verbindungen."

Pro Helvetia

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia ist eine Stiftung öffentlichen Rechts. Ihr Auftrag: Förderung kultureller Bestrebungen von ...

Weltgrösste Auslandschweizer-Community

Das Image der Schweiz sei gut, so Knobel. Die Kartei des Konsulats umfasst 85'000 Eingeschriebene: "Hier lebt die grösste Auslandschweizer-Gemeinde der ganzen Welt."

Am 12. Januar hat nun das interdisziplinäre Programm mit Theater, Musik, Tanz, Film, Literatur, Comic, Design und Architektur begonnen. Dazu kommen auch Debatten über die direkte Demokratie, Studentenaustausch, und nicht zuletzt ein Mega-Fondue...

Die Aktion bevorzugt grenzüberschreitende Projekte, wie "Die Kolporteure", ein Bühnenstück von vier Theatergruppen aus der Schweiz und Frankreich. Aufgeführt werden multidisziplinäre Aspekte über Grenzen, mit gekreuztem Blick aufs jeweils nachbarliche Ausland.

Die Hälfte der 44 Projekte sind eigens für diesen Anlass geschaffen worden. Oft haben sie symbolischen Charakter, wie das Doppel-Konzert – zuerst in Frankreich, dann in der Schweiz aufgeführt. Dieses bringt jeweils ein Orchester und einen Solisten zusammen - eine französische Schöpfung des "double concerto" des Schweizers Mischka Käser.

Akzent auf die jüngere Generation

Ein weiteres Projekt nennt sich "Eine Frage der Generation" und bietet eine Werkauswahl von in den 60er-Jahren geborenen Künstlern an. Dies findet im Museum der zeitgenössischen Kunst in Lyon statt, organisiert von Michel Ritter, dem Direktor des Schweizer Kulturzentrums in Paris.

Doch werden auch "sichere Werte" offeriert, wie eine Ausstellung über Tessiner Architekten in aller Welt, oder eine Exposition über die Deutschschweizer Ueli Brauen und Doris Wälchli.

Vorgesehen ist ausserdem noch eine Ausstellungs-Literaturdebatte im Goethe Institut von Lyon in den vier Landessprachen.

Präsenz Schweiz

Die Organisation Präsenz Schweiz ist die Drehscheibe für den Auftritt der Schweiz im Ausland. Ihr Auftrag: Vermitteln von Kenntnissen über die ...

Mit den Franzosen zurück in die Schweiz

Doch das Projekt endet nicht einfach in Frankreich. Um den Austausch der Beziehungen etwas weiter zu pflegen, wird bei "La belle voisine" eine zweite Phase angehängt: Die Rückkehr in die Schweiz.

Ab kommendem Februar bis 2008 werden in verschiedenen Schweizer Städten grenzüberschreitende oder französische Anlässe gezeigt. "Wir zählen stark auf die französische Botschaft, auf Genf und die Kulturinstitutionen", sagt Beghain.

"Bis 60 Projekts stehen bereits, auch solche aus Zürich", so Heuss. "Auch die Deutschschweiz hätte es nötig, Frankreich etwas besser kennenzulernen."

swissinfo, Isabelle Eichenberger
(Übertragung aus dem Französischen: Alexander Künzle)

Programm

Mit "La belle voisine" präsentiert die Schweiz vom 12. Januar bis 31. März 2007 in Lyon und der Region Rhône-Alpes ihr zeitgenössisches Kulturschaffen.

Mehr als 50 Institutionen in 16 Städten beherbergen mehr als 44 Projekte mit 160 Veranstaltungen.

Es machen mehr als 300 Schweizer Kunstschaffende mit.

Kosten: 1,4 Mio. Franken für die Schweiz (die Hälfte davon für Pro Helvetia, 350'000 Fr. für Präsenz Schweiz, den Rest trägt Genf).

Auf französischer Seite dürften die Subventionen das Zwei- bis Dreifache dieses Betrags ausmachen.

Ab Februar dreht das Ganze in Richtung Schweiz: Bis 2008 werden französische Künstler in der Schweiz zu Gast sein.

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Partner

"La belle voisine" wurde von der Kulturstiftung Pro Helvetia, Präsenz Schweiz und dem Generalkonsulat in Lyon konkretisiert.

Weitere Partner: Stadt Lyon, Region Rhône-Alpes, Schweizer Botschaft in Frankreich, Kanton und Stadt Genf sowie französische Kultur-Institutionen.

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