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GAV für Callcenter-Branche

Mitarbeiterinnen in einem Schweizer Callcenter.

(Keystone)

Die Gewerkschaft Kommunikation will die Arbeitsbedingungen und die Perspektiven für Mitarbeitende in Callcenters verbessern.

Callcenters sind Dienstleistungs-Betriebe, die mit Telekommunikation arbeiten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erteilen Auskünfte, bearbeiten Bestellungen oder leisten Verkaufsberatung.

Sie erledigen demnach im direkten Kontakt mit dem Kunden, aber irgendwo zentral angesiedelte Aufgaben, welche bislang Sache des "Auskunftsdienstes" einer Firma war. Callcenters können irgendwo aktiv sein. Auch im Ausland. Schweizer Firmen lagerten ihre Callcenters oft nach Irland oder Schottland aus.

Mangelhafte Arbeitsbedingungen

In der Schweiz, so die Gewerkschaft Kommunikation, würden oft die Regelungen für Erholungszeiten, Pausen und Kurzabsenzen nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

Zudem, so die Gewerkschaft, "sind offensichtlich in einem Teil der Betriebe die Richtlinien der Eidgenössischen Kommission für Arbeitssicherheit zu wenig bekannt oder schlecht umgesetzt".

Gesundheitliche Probleme

Die Arbeit in den Callcenters sei oft mit Stress, Lärm und nicht selten mit Eintönigkeit verbunden. Fast zwei Drittel der Beschäftigten kritisierte bei einer Umfrage der Gewerkschaft das Raumklima, ein Viertel bemängelte die schlechte Raumbeleuchtung. Mehr als die Hälfte klagte über Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen.

Kaum bemängelt wurden die Sozialleistungen. Dagegen fand über die Hälfte der Befragten, der Lohn genüge weder dem eigenen Ausbildungsstand noch der Leistung.

GAV als Lösung

Um die Mängel zu beheben, die Ausbildung und die Arbeits-Verhältnisse allgemein zu verbessern, schlägt die Gewerkschaft Kommunikation Verhandlungen über einen Branchen-Gesamtarbeits-Vertrag vor.

Damit, so hofft die Arbeitnehmer-Vertretung, könne auch das Gefälle zwischen den einzelnen Betrieben verringert werden. Für die Callcenter-Branche sollen inskünftig einheitliche Standards gelten.

Mundart muss es sein

Callcenters in der Schweiz sind doppelt so teuer als zum Beispiel in Schottland. Die Lohnkosten machen rund 60% der Betriebskosten aus.

Trotzdem, Deutschschweizer Kunden schätzen es überhaupt nicht, wenn sie Hochdeutsch sprechen müssen. Sie wollen in dem ihnen vertrauten Schweizer Dialekt sprechen können oder Auskunft kriegen. Das schreibt die Berner Zeitung in einem Artikel über Callcenters.

So müssen die Betriebe sich doch in der teureren Schweiz ansiedeln, um den Markt hier zu betreuen. Die zweisprachige Stadt Biel hat sich nicht zuletzt deshalb zu einer veritablen Callcenter-Stadt entwickelt.

Urs Maurer und Agenturen

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