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Gegen die Todesstrafe

In der Schweiz steht der Internationale Tag der Menschenrechte im Zeichen des Kampfes gegen die Todesstrafe.

Dieser Inhalt wurde am 10. Dezember 2002 - 12:12 publiziert
Elena Altenburger

Amnesty, andere Organisationen und die Schweizer Kirchen fordern von Japan, Saudi-Arabien und den USA, die Todesstrafe abzuschaffen.

"Die Todesstrafe ist keine Lösung", lautet das Motte der Kampagne. "Die Strafe darf den Opfern oder dem Staat nicht als Mittel dienen, um sich am Schuldigen zu rächen", sagt Daniel Garcia gegenüber swissinfo. Er ist Präsident der Schweizer Sektion von Amnesty International.

"Nur Gott hat das Recht, über Leben und Tod einer Person zu entscheiden", doppelt Muriel Beck, Delegierter für Menschenrechte des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), nach. "Aus diesem Grund mobilisieren wir gegen die Todesstrafe."

Der Fall der USA

In den USA gibt es viele Verurteilungen zum Tode, und die Justiz-Irrtümer häufen sich: oftmals werden Unschuldige verurteilt. Ausserdem ist der Schatten des Rassismus stets präsent.

Die Mehrheit der zum Tode Verurteilten sind Schwarze. Sie stammen häufig aus den unteren sozialen Schichten. Im Jahr 2001 wurden in den USA 66 Verurteilte hingerichtet. Im Jahr 2000 sassen 3593 Menschen in den Todeszellen.

Aber warum halten die USA, ein demokratischer Staat und eine Weltmacht, am Prinzip der Todesstrafe fest? "Die USA haben nicht die gleiche Auffassung von Menschenrechten wie die Europäer", sagt Muriel Beck. "Ihr Engagement zugunsten der Menschenrechte ist mehr eine äussere Fassade denn eine wirkliche innere Überzeugung."

Tatsächlich trennt die US-amerikanische Gesellschaft sehr deutlich Recht und Unrecht. "Im amerikanischen Strafrecht steht die Bestrafung im Vordergrund, nicht die gesellschaftliche Wiedereingliederung von Straftätern. In Europa ist das Gegenteil der Fall", so Muriel Beck.

Japan und Saudi-Arabien

Auch in einem anderen Land - genauso modern und industrialisiert wie die USA - gibt es die Todesstrafe noch immer. Es handelt sich um Japan, was wenig bekannt ist. Die Verurteilten werden aufgehängt, häufig ohne dass ihre Angehörigen oder geistlichen Betreuer informiert werden. Die Exekutionen werden im Verborgenen durchgeführt und zu "Staatsgeheimnissen" gemacht.

Saudi-Arabien ist eines der Länder mit der höchsten Zahl von Todesstrafen: Zirka zwei pro Woche. Alle, die sich "vom Islam entfernen", müssen mit ihrem Leben bezahlen. Auch Drogenhändler oder wegen Hexerei angeklagte Personen riskieren die Todesstrafe.

Gemäss Amnesty International dauern die Prozesse nur wenige Minuten. Sie finden zudem hinter verschlossenen Türen statt. Frauen werden in der Regel erschossen, Männer öffentlich enthauptet.

Im Jahr 1999 hat Saudi-Ararbien über eine Milliarde Dollar ausgegeben und damit etliche PR-Firmen finanziert, die mittels gezielter Kampagnen einen Schleier über die gravierende Verletzung von Menschenrechten durch das Regime legen sollten.

Lebenslänglich Gefängnis

"Die Todesstrafe ist unmenschlich und steht im Gegensatz zu den Menschenrechten", sagt Daniel Garcia. "Das Strafrecht existiert, um die Bevölkerung vor Übeltätern zu schützen. Und dies lässt sich auch mit lebenslangen Freiheitsstrafen machen. Dazu braucht es die Todesstrafe nicht."

Aus diesem Grund haben die Schweizer Kirchen und diverse Menschenrechtsorganisationen beschlossen, eine Petition an die drei genannten Länder zu senden, in der ein Moratorium der Todesstrafe in Hinblick auf deren totale Abschaffung gefordert wird.


Fakten

Im Jahr 2000
87 Länder kennen die Todesstrafe
72 Länder haben die Todesstrafe abgeschafft
21 Länder kennen die Todesstrafe offiziell noch, wenden sie aber seit über 10 Jahren nicht mehr an
5 Länder halten sich nicht an das Verbot der Todesstrafe für Minderjährige: Saudi-Arabien, USA, Iran, Nigeria, Jemen

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In Kürze

Der inhaftierte russische Journalist Grigorij Pasko ist mit dem Menschenrechtspreis 2002 der Organisation "Reporter ohne Grenzen" ausgezeichnet worden.
Der frühere Flottenkapitän sei zur Zeit in einem Arbeitslager in der Region Wladiwostok hinter Gittern, teilte die Organisation bei der Preisverleihung in Paris mit.
Pasko war wegen der Aufdeckung von Umweltsünden der russischen Marine
verurteilt worden.  

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