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Von nüchternen bis zu philosophischen Kommentaren.

(swissinfo.ch)

Ein eher schwieriger Einstieg in eine gute Sache: Etwa so wird die Expo-Eröffnung in der Schweizer Presse am Tag danach kommentiert.

Diese Eröffnung sei eine ziemlich biedere Angelegenheit gewesen, mit einer "schwer verständlichen Rahmenhandlung und mageren Dekors", schreibt die "Basler Zeitung". Doch immerhin: Die Expo-Macher hätten mit der herkömmlichen Schweizer Bildwelt und den in Weltkriegszeiten zementierten Mythen gebrochen, was die BaZ "kreative Schleifung des Réduits" nennt. Damit könnte die Expo.02 sogar zum Katalysator einer neuen Offenheit werden, meint das Blatt.

"Eine Eröffnung auf Sparflamme", titelt das "Bieler Tagblatt". Die "Aargauer Zeitung" schreibt: "Nun einfach tapfer sein! Das gestern war noch nicht die Expo, nur das - leise enttäuschende - Spektakel zu ihrer Eröffnung." Und auch die "Berner Zeitung" beruhigt, am Eröffnungsspektakel dürfe man die Expo nicht messen. Sie sei raffinierter und verspielter als "das schlecht-pathetische Eröffnungstheater".

Nüchtern gibt sich die NZZ, die "Neue Zürcher Zeitung": "Das Fest hat begonnen - Offizielle Eröffnung der sechsten Landesausstellung." Sonst kein Kommentar. Nüchtern tönt es auch im Berner "Bund": Die Expo sei ein Kulturfest, und kein schlechtes. Nicht mehr und nicht weniger.

Wichtig für die Schweiz

"Lasst uns jetzt die Expo feiern." Dazu fordern fast alle Schweizer Zeitungen auf. Die Ausstellung werde der Schweiz gut tun. "Das Warten hat sich gelohnt", schreibt die "Solothurner Zeitung". Die "Neue Luzerner Zeitung" hofft, dass die Expo Gemeinsamkeiten vermitteln werde und ruft deshalb ihren Leserinnen und Lesern zu: "Augen auf und hin!" Und für das "St.Galler Tagblatt" ist die Landesausstellung schlicht "ein grosses Ereignis".

Der Zürcher "Tages-Anzeiger" schreibt, die Schweiz brauche diese Ausstellung, weil das Land "ein fragiles Gebilde" sei. Dass das Zusammenleben verschiedener Kulturen keine Selbstverständlichkeit sei, werde zu oft vergessen. Ein Blick ins nahe Ausland zeige, wie anfällig multikulturelle Gesellschaften seien. "Darum müssen wir Sorge tragen zur Idee Schweiz", und genau dies tue die Expo, meint der Tagi. Und für den "Blick" wird mit der Expo "ein Traum wahr".

Doch noch...

Der "Corriere del Ticino" erinnert daran, dass viele die Landesausstellung nicht gewollt haben: "Molti non la volevano." Doch jetzt sei die Expo Realität.

Und ein bisschen boshaft titelt die Westschweizer Zeitung "Le Temps": "Visiblement soulagé après des années de tourments, l'establishment suisse fête l'Expo.02." Also doch noch: Nach "Jahren der Qual" kann nun das Establishment die Expo.02 feiern...

Jean-Michel Berthoud

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