Genfer Firma wollte russische Flugzeuge beschlagnahmen lassen

Eine Suchoi SU-30 Keystone Archive

Im Streit um angebliche russische Schulden hat die Genfer Firma Noga auf der weltgrössten Luftfahrschau in Le Bourget bei Paris zwei russische Flugzeuge beschlagnahmen lassen wollen. Die Aktion scheiterte jedoch wegen juristischer Hürden.

Dieser Inhalt wurde am 22. Juni 2001 - 22:18 publiziert

Ein Sprecher der russischen Waffenexportagentur Rosoboron-Export teilte am Freitag (22.06.) mit, das Genfer Handelshaus Noga habe bei der französischen Justiz erreicht, einen Jagdflieger vom Typ Suchoi Su- 30 und ein MiG 20-Trainings-Flugzeug konfiszieren zu lassen.

Die französische Justiz habe die Maschine am Luftfahrtsalon in Le Bourget bei Paris konfisziert, erklärte der Sprecher weiter. Noga verlangt von Russland umgerechnet rund 106 Mio. Franken für Warenlieferungen im Jahre 1992.

Formelle Mängel

Ein Sprecher der russischen Botschaft in Paris bestritt dagegen die Beschlagnahmung. Die Juristen von Noga hätten nicht die notwendigen Papiere vorweisen können. Ein Anwalt von Noga räumte ein, dass die Beschlagnahmung wegen formeller Probleme gescheitert sei.

Sicher ist, dass die beiden betroffenen Maschinen Paris verliessen. Die Flugzeuge seien Mitte Nachmittag Richtung Russland weggeflogen, erklärte einer der Messe-Verantwortlichen.

Zur Absage der Demonstrationsflüge der Suchoi erklärte der Sprecher der russischen Botschaft, das Jagdflugzeug sei aus anderen Gründen von der Messe abgezogen worden, ohne diese zu nennen. Nach Angaben der Messeveranstalter durften die russischen Flugzeuge mit Zustimmung der Behörden zurückfliegen.

Messeveranstalter "erstaunt"

Die Veranstalter zeigten sich in einer Mitteilung "erstaunt" über das Vorgehen der französischen Justiz, "weil man sich hier an Privatunternehmer hält, die auf dem Salon vertreten sind, während die Aktion der Noga doch gegen die russische Regierung gerichtet ist."

Die Aktion auf der Luftfahrtschau erfolgte kurz vor dem Anfang Juli geplanten Besuch des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac in Russland. Das französische Aussenministerium gab bekannt, über die Aktion informiert worden zu sein. Frankreich sei in den Handelsstreit nicht verwickelt.

Die Import-Export-Firma Noga hatte letzten Sommer in Frankreich bereits den russischen Viermaster "Sedow" beschlagnahmen lassen, weil sie nach eigenen Angaben offene Rechnungen von 63 Millionen Dollar mit der russischen Regierung hatte.

Ein Gericht hatte die Konfiszierung aufgehoben, worauf das grösste Schulschiff der Welt aus dem Atlantikhafen Brest auslaufen konnte. Noga wurde zu der Zahlung einer Entschädigung verurteilt.

swissinfo und Agenturen

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