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Gentech-Soja in Futter für Bio-Tiere

Eine Sojabohne gleicht der anderen. Konsumenten-Organisationen verlangen deshalb eine Verschärfung der GVO-Deklarationspflicht.

(Keystone)

Wegen eines Messfehlers sind 1'000 Tonnen Sojaschrot mit einem GVO-Anteil von 17 Prozent als gentech-frei deklariert und zum Teil verfüttert worden. Die Ware wurde mit anderem Futter vermischt und ausgerechnet auf Höfen verwendet, die von Coop und Migros zu gentech-freiem Futter verpflichtet sind.

Der Messfehler ereignete sich bei der Analyse des Sojaschrots mit einem neuen Testinstrument in der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Nutztiere in Posieux (FR), wie Jürg Jordi, Informationschef des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) zu einem Bericht der "SonntagsZeitung" bestätigte.

Bei einem ersten Test im vergangenen August hatte das aus Südamerika importierte Sojaschrot noch einen Gehalt an gentechnisch veränderten Organismen (GVO) von 1,7 Prozent enthalten. Damit liegt die Ware unter dem Grenzwert von drei Prozent und gilt somit als GVO-frei. Ein Mitte Februar durchgeführter zweiter Test der gleichen Ladung ergab dann einen GVO-Gehalt von 17 Prozent.

In der Folge wurden Migros und Coop informiert. Die beiden Grossverteiler, veranlassten den Rückzug des noch vorhandenen Futters, wie Migros-Sprecherin Maja Amrein bestätigte. Das Fleisch der betroffenen Tiere habe trotz biologischer Aufzucht als konventionelles Fleisch verkauft werden müssen, was mit einer finanziellen Einbusse verbunden sei.

Der BLW-Sprecher Jordi erinnerte daran, dass gentechnisch verändertes Sojaschrot sowohl als Futtermittel wie auch als Lebensmittel zugelassen sind. Er bedauerte aber, dass im konkreten Fall ausgerechnet Label-Produkte betroffen gewesen seien, die von Höfen stammen, die zu gentechfreiem Futtermittel verpflichtet sind.

Wer für den Schaden haftet, ist noch unklar. Beim BLW sind laut Jordi noch keine Klagen eingetroffen. Wichtiger als die Schadenersatzfrage sei aber das Vermeiden solcher Fehler, betonen sowohl das BLW als auch die Migros.

Mehr Tests

Der Grossverteiler will seinerseits vermehrt eigene Tests durchführen. Er fordert zudem Richtlinien für Bezugsländer: Aus Ländern mit grossem GVO-Einsatz sollen keine Futtermittel mehr importiert werden.

Das BLW will ebenfalls beim Import ansetzen. Es sei wichtig, dass dort richtige Angaben vorlägen, sagte Jordi. Der fragliche Sojaschrot war nicht entsprechend gekennzeichnet. Ob die GVO-Deklarationspflicht verschärft werden müsse, wie dies von Konsumenten-Organisationen gefordert wird, sei eine politische Frage.

swissinfo und Agenturen


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