Internet zunehmend Hürde für Polizeiarbeit

Telefongespräche werden immer häufiger nicht mehr über traditionelle, sondern über internetbasierte Technologien geführt. Diese Entwicklung stellt die Strafverfolgungsbehörden vor grosse Herausforderungen.

Dieser Inhalt wurde am 25. Juni 2010 - 11:33 publiziert

In allen Phasen eines Verbrechens spiele mittlerweile "die anonyme, verschlüsselte, weltweite Kommunikation über das Internet in Schrift, Bild und Ton eine entscheidende Rolle", schreibt das Bundesamt für Polizei (fedpol) in seinem Jahresbericht 2009.

Internetbasierte Telefonie erschwert laut der Behörde nicht nur die Verbrechensprävention, sondern auch die Repression.

Die neuen Technologien ermöglichen es den Nutzern, gleichzeitig mit mehreren Partnern gesicherte Verbindungen herzustellen und - so geschützt - digital zu kommunizieren. Nicht nur die organisierte Kriminalität nutzt diese Mittel. Auch Pädophile und Wirtschaftsbetrüger greifen darauf zurück.

Gleichzeitig können Delikte dank Instrumenten wie "Google Maps" oder "Google StreetView" aus der Ferne und ohne Erkundung vor Ort präzise geplant werden.

Weitere für ein Verbrechen interessante Instrumente - wie etwa "Malware-Baukästen" (Software zur Schädigung anderer Internetnutzer) - könnten im Internet gekauft werden oder stünden gratis zur Verfügung. Sogar komplexe Geldwäscherei-Netzwerke können gegen Entgelt oder Beteiligung gemietet werden.

Das fedpol kann aber auch Erfolge vermelden. Das Bundesamt habe letztes Jahr mehrere Operationen mit rund 250 in der Schweiz wohnhaften Personen koordiniert, die der Pädophilie verdächtigt werden. Dabei arbeitete die Schweiz mit anderen Ländern und den Kantonen zusammen.

Aufgeflogen ist etwa ein Kinderschänder-Ring, bei dem Väter in Deutschland und der Schweiz ihre minderjährigen Söhne sexuell missbraucht und Dritten für sexuelle Handlungen angeboten hatten.

swissinfo.ch und Agenturen

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