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Renaissance der Bergdörfer

Ein Franken für ein Häuschen mit Seesicht

Die Weiden von Scìaga (am Berg im Hintergrund) sind vom Dorf Indemini aus (im Vordergrund) gut sichtbar. Keystone

Ein rustikales Steinhaus für einen Schweizer Franken. Sofern sich der Käufer verpflichtet, es zu renovieren. Diese Idee hat die Gemeinde Gambarogno im Kanton Tessin, um den Dorfkern von Monti Scìaga wieder zu beleben und Weideflächen zu nutzen. Ein entsprechender Vorschlag kommt im Herbst vor den Gemeinderat.

Dieser Inhalt wurde am 16. Juli 2019 - 11:01 publiziert

Monti Scìaga, so heisst das kleine Dörfchen in den Bergen. Es ist ein Weiler, der zu Indemini gehört, dem abgelegensten Dorf der Schweiz. Geografisch gesehen liegt es im obersten Teil eines Tals, das fast ganz zu Italien gehört (Val Veddasca). 18 Kilometer kurvenreiche Strasse und ein Pass trennen Indemini von seinem Nachbardorf, das unterdessen zur selben Gemeinde (Gambarogno) gehört, die seit einer Fusion 2010 so heisst.

Indemini ist berühmt für seine alten Steinhäuser, so genannte Rustici (Einzahl: Rustico), wie sie auch im Bergdorf Monti Scìaga auf der gegenüberliegenden Talseite hauptsächlich gebaut wurden.

Aus der Ferne betrachtet macht der Weiler nicht den Anschein, ein vergessener Ort zu sein. Doch wer sich über den Bach Giona begibt und den Weg hochsteigt, stellt bald fest, dass ein Grossteil der Häuser eingefallen ist und nur noch die Mauern stehen.

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Um das Andenken an diese alte Siedlung, inklusive der Ruinen, zu erhalten, wurde nun ein Rettungsprojekt für jene Rustici ausgearbeitet, die noch gesetzeskonform renoviert werden können.

Es ist geplant, dass aus einer kleinen Gebäudegruppe, die sich in der Nähe des Brunnens an der Kreuzung der Wanderwege befindet, auf Kosten der Gemeinde eine Berghütte entstehen soll, wo sich Wanderer und Mountainbiker und auf dem Weg auf die Berge Monte Tamaro und Monte Lema verpflegen können.

Neun weitere Rustici allerdings sollen für einem symbolischen Franken an Private verkauft werden. Diese müssen sich verpflichten, die Bauten innert angemessener Frist gründlich zu renovieren.

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Für potenzielle Käufer wurden Beschreibungen der neun Gebäude erstellt. Viele interessierten sich dafür, weil ein Bericht der Zeitung La Regione Ticino auch nördlich der Alpen zur Kenntnis genommen wurde. Aber für einen Kauf ist es noch zu früh: Die Botschaft der Gemeinde muss noch von der Baukommission geprüft werden. Schliesslich muss im Herbst der Gemeinderat grünes Licht zum ungewöhnlichen Projekt geben.

Neun Käufer – oder einen, zum Beispiel eine Stiftung, die alle Gebäude kauft – zu finden, dürfte aber nicht einfach werden. Es ist aber auch nicht unmöglich: Vom Dorfkern von Monti Scìaga aus sieht man über das ganze Veddascatal bis auf den Lago Maggiore (Langensee). Zudem verfügt das Dorf über einen Trinkwasseranschluss.

1999 wurden in einer Reinigungsaktion mehr als 15 Hektar Land gerodet, die zuvor von Büschen und Sträuchern überwuchert waren. Später wurden alljährlich an einem Tag der freiwilligen Arbeit der Dorfkern und die Wege gereinigt.

Im Vergleich zum Projekt "Far rivivere Scìaga", das 2002 von der damaligen Gemeindeversammlung von Indemini abgelehnt wurde, gehört zum neuen Projekt keine Käserei, sondern es geht um eine Wiederbelebung des Umschwungs als Weideflächen.

Und wer weiss, sobald Monti Scìaga wieder zum Leben erwacht, kommt vielleicht auch wieder die Idee einer besseren Anbindung des Weilers auf. Denn ohne eine Seilbahn von Indemini über das Tal werde es für die ansässigen Bauernbetriebe, welche die Weiden durch Ziegen und Schafe nutzen, schwierig, etwas Gewinnbringendes damit zu machen, wie auf der Website der ehemaligen Gemeinde Indemini zu lesen ist.



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