Glückskette: Zwischen Information und Aktion

Freiwillige Glückskette-Helferinnen und Helfer nehmen telefonisch Spenden entgegen. Keystone

Für die Menschen im Irak hat das Hilfswerk der SRG eine Sammelaktion gestartet. Ob es einen speziellen Irak-Sammeltag gibt, ist noch nicht entschieden.

Dieser Inhalt wurde am 24. März 2003 - 12:43 publiziert

Seit 1946 sammelt die Kette für Opfer von Naturkatastrophen und Kriegen. Als Stiftung feiert die Kette ihren 20. Geburtstag.

Unmittelbar nach dem Beginn der amerikanischen Angriffe auf den Irak startete die Glückskette eine Sammelaktion. "Die Glückskette hat seit Monaten beschlossen, der Bevölkerung im Irak zu helfen, sobald ein Regimewechsel stattfindet. Dies hätte nicht unbedingt ein Krieg sein müssen", sagt DRS-Journalist Roland Jeanneret, Medienverantwortlicher für die Glückskette.

Der Krieg werde nun die Situation der Bevölkerung weiter verschlimmern, die bereits sehr prekäre Infrastruktur völlig zusammenbrechen, bedauert Jeanneret. Er erinnert daran, dass mehr als 1 Million Menschen im Irak seit dem Embargo gestorben seien, die Hälfte davon Kinder.

Bedingungslose Hilfe

Die Glückskette engagiert sich für Projekte im Ausland wie auch in der Schweiz. Rund 30 bis 40% der Gelder gehen an Hilfsprojekte im Inland.

Die Hilfe der Glückskette ist an keine Bedingungen geknüpft. "In unseren Statuten steht, dass wir den Menschen helfen, unbesehen der Gründe, weshalb sie in die Notlage geraten sind", erklärt Jeanneret.

Massgebend für den Entscheid, ob Glückskette ihr Sammelsystem zur Verfügung stellt, ist die Betroffenheit des Einzelnen.

Die Verwüstung des Bergdorfs Gondo im Wallis hatte eine grosse Betroffenheit in der Schweizer Bevölkerung ausgelöst. Die Glückskette-Aktion für die von der Naturkatastrophe heimgesuchte Region war die erfolgreichste im 20-jährigen Bestehen der Stiftung. Nicht weniger als 74 Mio. Franken wurden gespendet.

Beweis der Nachhaltigkeit

Die Hilfe der Glückskette soll nachhaltig sein. Das Hilfswerk verlangt von seinen Partnern klare Vereinbarungen über Verwendung, Unterhalt und Weiterführung der geleisteten Hilfe. Sei dies nun in Gondo oder in Indien, wo mit Geldern der Glückskette-Spenderinnen und -Spender 10'000 Häuser gebaut werden.

Die Glückskette arbeitet heute mit rund 30 Hilfswerken zusammen. Diese Zusammenarbeit verschiedener Schweizer Hilfswerke werde im Ausland auch immer wieder mit Verwunderung wahrgenommen, sagt Jeanneret. "Ich kenne kein anderes System, in dem 30 Hilfswerke, die ja eigentlich alle Konkurrenten sind, unter einem gemeinsamen Dach zusammenarbeiten. Ich weiss, dass es in Deutschland jedes Mal Zangengeburten sind, wenn sich mehr als zwei, drei Hilfswerke zusammentun."

Hilfsbereite Eidgenossen

Die Schweizer Bevölkerung ist spendefreudig: Die Durchschnittspenden an die Glückskette liegen zwischen 110 Franken und 130 Franken. Eine hohe Durchschnittssumme im internationalen Vergleich.

Der Erfolg der Glückskette hat auch damit zu tun, dass sie in der Schweiz Hilfe leistet. "In der Schweiz lassen sich in unmittelbarer Nähe Abläufe demonstrieren, die im Ausland sehr viel schwieriger zu verstehen sind. In dem Sinne braucht es vielleicht beides."

swissinfo, Anita Hugi

Fakten

Die Glückskette ist ein Sammelsystem der SRG.
Sie arbeitet mit rund 30 Hilfswerken zusammen.
30-40% der Gelder kommen Notleidenden in der Schweiz zu gute.
Eine der Partnerorganisationen ist auch die Auslandschweizer-Organisation ASO.

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In Kürze

Die Stiftung Glückskette feiert am 24.03.2003 ihr 20-jähriges Bestehen.
Die Glückskette wurde 1946 von zwei Radiojournalisten gegründet.
Seither haben sich Radio und Fernsehen immer wieder mit Sammelaktionen und speziellen Sammeltagen engagiert.
1983 wurde das Engagement in eine Stiftung institutionalisiert.
Die Glückskette gehört zur SRG SSR idée suisse.

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