Glückskette-Gründer Jack Rollan ist tot

Jack Rollan (rechts) und Roger Nordmann haben 1946 die Glückskette gegründet. Keystone Archive

Der Entertainer und Gründer der Glückskette Jack Rollan ist tot. Der Genfer starb am 3. Mai nach langer Krankheit im Alter von 91 Jahren.

Dieser Inhalt wurde am 12. Mai 2007 - 16:01 publiziert

Sein Tod wurde erst am Freitag angekündigt, nachdem die Asche des Künstlers im engen Familien- und Freundeskreis in den Genfersee gestreut worden war, wie das Rollan selbst gewünscht hatte.

Sein Sohn Jacques Plomb bestätigte am Samstag Meldungen verschiedener Westschweizer Medien über den Tod des Vaters.

Zur Streuung der Asche in den Genfersee im engsten Kreis hatte der alte Spassmacher die Anweisungen gleich selbst gegeben: "Ich will keine Kirche, keine Kathedrale, kein Fernsehen, Presse oder Radio. Ich will den See und sicher keine Heuchler und Nervensägen. Also sprecht nicht von meinem Tod vor dem endgültigen Adieu."

Als Louis Plomb geboren

Der Genfer Jack Rollan war am 3. März 1916 als Louis Plomb in Lausanne geboren. Nach einer Lehre als Fotograf stiess er mit 16 Jahren zum Theater, vorerst als Statist. Dort lernte er Gesang, dann Schlagzeug und wurde schliesslich Komponist, Humorist, Chansonnier und Schriftsteller.

Seine grössten Erfolge feierte er aber als Radiomoderator, etwa mit der Sendung "Bonjour de Jack Rollan".

Vom Radiospiel zur Hilfsaktion

1946 lancierte er zusammen mit den Journalisten Roger Nordmann und Paul Vallotton ein neues Rundfunkspiel, das sich zur bedeutendsten medialen Hilfsaktion der Schweiz entwickeln sollte - zur Glückskette: Ein Hörer oder eine Hörerin äusserte einen Wunsch, und die Person, welche ihn erfüllen konnte, durfte in der nächsten Sendung ihrerseits einen Wunsch formulieren.

Neben Geld wurden Wolle, Holz, Trauben, Würste und anderes gespendet. Nach zwei Jahren übernahmen die Radiostudios Basel und Lugano die Idee, und bald erfasste die Begeisterung für die Sendung die ganze Schweiz.

1954 wurde die wöchentliche Ausstrahlung eingestellt, die Glückkette sammelte aber über Radio und Fernsehen weiter, wenn schwere Ereignisse dies erforderten.

Vielfältige Tätigkeiten

Rollan seinerseits hatte das Radio damals schon längst wieder verlassen und "Bonjour" zum Satiremagazin gemacht, das in den folgenden Jahrzehnten mehrmals eingestellt und wieder neu lanciert wurde.

Daneben war er als Entertainer mit eigener Show tätig, wirkte als Herausgeber, engagierte sich politisch und machte weiterhin Musik.

swissinfo und Agenturen

Glückskette

Die Glückskette ist ein Sammel-System auf humanitärer Basis, das, gegründet von der SRG SSR idée suisse, von den Schweizer Medien insgesamt getragen wird.

Dabei werden die Spendengelder über die zentrale Glückskette gesammelt und an über 30 Organisationen weitergeleitet, die als Hilfswerke humanitäre und soziale Projekte in der Schweiz und im Ausland ausführen.

1946 gegründet, ist die Glückskette seit 1983 eine Stiftung. Ihr Sitz ist Genf, regionale Büros sind in Bern und Lugano.

Sammel-Kampagnen werden üblicherweise auf Landesebene nach grossen Katastrophen im In- oder Ausland eingeleitet.

Ihre operationellen Kosten finanziert die Glückskette aus den Zinseinnahmen der Spendegelder, die zwar schon gesammelt, aber noch nicht verteilt sind.

1999 erhielt die Glückskette den internationalen Menschenrechts-Preis für ihre Arbeit.

2005 erzielte die Glückskette mit Spenden in der Höhe von rund 272 Millionen Franken ein Rekordjahr.

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