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Grosses Medienecho

Die Bilder des verwüsteten Walliser Dorfes Gondo schockierten die Schweiz. Keystone

Die Unwetterkatastrophe im Wallis ist Titelthema aller schweizerischer Tageszeitungen. Die Zeitungen zeigen sich bestürzt über die katastrophalen Auswirkungen der Regenfälle. Man vergleicht die Situation mit den Unwetterkatastrophen von 1999.

Dieser Inhalt wurde am 16. Oktober 2000 - 12:41 publiziert

"Im Wallis herrscht der Ausnahmezustand" titelt die Basler Zeitung. "Vom schwarzen Sonntag, als der Himmel auf das Wallis fiel", schreibt Le Temps. Das Boulevardblatt Blick ruft gar aus: "Das Wallis - von Gott verlassen?" und zeigt anhand eines beeindruckenden Vorher-Nachher-Vergleiches, wie gewaltig die Schlammlawine in Gondo gewesen ist. Ein Bild von Gondo im Frühling 2000 wird einer aktuellen Fotografie gegenübergestellt.

Umweltkatastrophen nehmen zu

Die Neue Luzerner Zeitung listet zur Erinnerung alle Umweltkatastrophen der letzten Jahre auf. Auffällig ist, dass sich deren Vorkommen häufen. Allein im Jahre 1999 wurde die Schweizer Bevölkerung von mehreren Katastrophen heimgesucht. Schon damals war das Wallis stark betroffen. Im Februar verschütteten zwei gewaltige Schneebretter mehrere Chalets im Ferienort Evolène. Im Mai wurden weite Teile der Schweiz nach starken Regenfällen überschwemmt. Im Dezember fegte der Orkan Lothar übers Land.

Zürcher Alt-Stadtpräsident Sigi Widmer kommt in der Neuen Zürcher Zeitung zu Wort. Er beschreibt einen Spaziergang durchs Katastrophengebiet bei Brig und St. German. Zunächst lobt er noch die - "technisch sensationell" - neue Brücke, schildert dann jedoch die konkreten Auswirkungen der Regenfälle: "In den zwei Fahrspuren zwei halbmetertiefe Bäche. Die Dorffeuerwehr schleppt Sandsäcke herbei und baut ein Wehr. Männerarbeit, doch eine Frau hilft mit. Nur die Burgkirche steht da, unbeeindruckt, auf dem Fels gebaut."

Rutschungen können vorhergesehen werden

Der Tages Anzeiger führt ein Interview mit ETH-Ingenieur Albert Böll, Leiter Abteilung für Wasser, Erd- und Felsbewegungen an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in Birmensdorf. Böll erklärt, dass das Unglück in Gondo eine Ausnahme sei. Normalerweise können Rutschungen vorhergesehen werden. "In vielen Gebieten der Schweiz ruscht es ständig, die Leute leben damit."

Auch in der Berner Zeitung heisst es, dass die intensiven Regenfälle im Wallis und Tessin für die Meteorologen nicht unerwartet gekommen seien. "Die Meteorologen haben es seit Tagen gewusst: Alle Computer-Hochrechnungen haben für die Alpensüdseite und das südliche Wallis fürs Wochenende intensive Regenfälle vorhergesagt." Und: "Ungewöhnlich ist die aktuelle Wetterlage nicht.Die Folgen sind alljährliche Unwetter rund um das Mittelmeer: Einmal trifft es Katalonien, einmal Südfrankreich, dann Norditalien/Wallis, ein anderes Mal Venedig."

swissinfo

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