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Hommage an Albrecht von Haller

Ein Besucher betrachtet ein Exponat in der Sonderausstellung "Albrecht von Haller".

(Keystone)

Zum Abschluss des Haller-Jahres zeigt das Historische Museum Bern eine Ausstellung zum Leben Albrecht von Hallers - einem der letzten Universalgelehrten Europas. Höhepunkte bilden Schriften, Instrumente und anatomische Wachsmodelle.

Die Ausstellung im neuen Erweiterungsbau des Museums zeigt Leben und Wirken Hallers (1708-1777) in der Art eines Bildungsromans, wie Direktor Peter Jezler vor den Medien sagte. Sie folgt einzelnen Lebensstationen und wirft einen Blick auf die Betätigungsfelder des Forschers: Natur, Wissenschaft und Kultur.

Dabei wird das persönliche Leben des Berner Arztes mit seinen grossen, wissenschaftlichen Errungenschaften verknüpft. Dazu gehören Schriftdokumente und Kunstwerke aus dem 18. Jahrhundert ebenso wie ein von Haller präpariertes Skelett siamesischer Zwillinge.

Anatomietheater mit Seziertisch

Auch seltene anatomische Wachsmodelle von Muskeln und Gefässen, die aufgrund von Hallers Erfahrungen mit Autopsien entstanden, werden gezeigt.

Im nachgebauten anatomischen Theater, wie es zu Hallers Zeiten in Gebrauch war, kann das Publikum, wie einst die Studenten selber, einen Blick auf den Seziertisch werfen. Die Objekte der "Zergliederungskunst" werden allerdings lediglich projiziert.

Haller, der bereits mit 19 Jahren seinen Doktortitel machte, hatte grosses Interesse an der Physiologie. Er zählte zu den ersten Medizinern, die ihre Forschungen konsequent auf Erfahrung und Experiment gründeten. Ein Ausstellungsbereich ist daher auch seinen Tierversuchen gewidmet.

Vergessenes Genie

Obschon Haller der Welt viel hinterlassen hat, ist der Berner, der an der Universität Göttingen seinerzeit als Starprofessor engagiert war, etwas in Vergessenheit geraten. "Wir haben uns so an die Errungenschaften der Medizin gewöhnt", sagte Museumsdirektor Jezler dazu.

Haller lebte in einer Zeit, in der jeder vierte Mensch vor dem fünften Altersjahr starb. Die Ausstellung setzt nun einem Mann ein Denkmal, der "mit seinem fleissigen Schaffen die Grundlagen dafür geschaffen hat, dass wir nicht mehr um unsere Liebsten zu fürchten brauchen", resümierte Jezler.

Kubus/Titan passt sich an

Um Haller, der unter anderem auch Staatsmann, Botaniker und Dichter war, ins rechte Licht zu rücken, konnte das Museum zum ersten Mal von der grossräumigen Ausstellungsfläche im neuen Erweiterungsbau Kubus/Titan profitieren.

Der Raum kann dank einem System mit Wänden auf Rädern für jede Ausstellung ohne Mühe neu gestaltet werden. So werde nicht mehr die Geschichte in einen Raum gepfercht, sondern der Raum könne sich der Geschichte anpassen, wie Bühnenbildner Raphael Barbier sagte.

Der 26-Millionen-Bau ist allerdings noch nicht vollendet. Die Büroräume und Depotgeschosse werden erst im Juni 2009 bezogen. Finanziert wurde der Erweiterungsbau von der Abegg-Stiftung Riggisberg, dem Kanton, der Stadt und der Burgergemeinde Bern.

Die Sonderausstellung wurde vom Historischen Museum und der Albrecht von Haller-Stiftung der Burgergemeinde Bern gestaltet. Das Stadttheater Bern zeigt aus Anlass des Haller-Jubiläumsjahrs noch bis im Januar die Produktion "Ebenda - Ein Gedächtnistheater".

swissinfo und Agenturen

Fakten

Sonderausstellung "Albrecht von Haller - Der grosse Gelehrte der Schweiz"

Ort: Historisches Museum Bern

Dauer: 4. Dezember 2008 bis 13. April 2009

Öffnungszeiten: Di-So 10-17 Uhr, 25. Dezember geschlossen, alle übrigen Feiertage offen.

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Bern, Göttingen, Europa

Am 16. Oktober 2008 jährte sich der 300. Geburtstag Albrecht von Hallers. Der Universalgelehrte zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten des Jahrhunderts der Aufklärung.

Seine herausragenden Leistungen als Begründer der experimentellen Physiologie, Erforscher der Schweizer Flora und Dichter der Alpen wiesen der Medizin, Botanik und Literatur neue Wege.

Als Professor in Göttingen richtete er den Botanischen Garten ein und prägte die junge Universität als moderne Forschungsinstitution.

Als Berner Magistrat bewahrte er sein Land vor der europaweit grassierenden Viehseuche und entwickelte energiesparende Verfahren zur Salzgewinnung.

Als Universalgelehrter und aufmerksamer Zeitgenosse äusserte er sich zu beinahe allen Bereichen des Wissens und des Daseins.

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