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Internet-Banking: Enorme Investitionen sind nötig

Die Internet-Revolution hat alle Schweizer Banken erfasst. Das Internet-Banking kostet aber neben dem teuren Aufbau jährlich Millionen von Franken. Kleinere Banken könnten auf der Strecke bleiben.

Dieser Inhalt wurde am 19. Januar 2000 - 11:05 publiziert

Die Internet-Revolution hat alle Schweizer Banken erfasst. Selbst die Raiffeisen-Gruppe mit ihren Kleinstfilialen kommt nicht mehr darum herum. Das Internet-Banking kostet aber neben dem teuren Aufbau jährlich Millionen von Franken. Kleinere Banken könnten auf der Strecke bleiben.

Was die Credit Suisse (CS) und die Zürcher Kantonalbank (ZKB) vorgemacht haben, wird für alle Schweizer Banken zu einem Muss: Die Abwicklung klassischer Bankgeschäfte übers Internet, aber auch der Börsenhandel online. "Der Druck wird immer grösser", sagt der Internet-Verantwortliche der Raiffeisen-Gruppe, Adrian Töngi. Der Börsenhandel per Internet werbe auch Raiffeisen-Kunden ab. Deshalb will die genossenschaftlich und dezentral organisierte Raiffeisen, die stark in ländlichen Gebieten präsent ist, diesen Herbst eine Internet-Pilotphase starten. Der Aufbau kostet zwischen zehn und 20 Millionen Franken; die Betriebskosten belaufen sich auf fünf bis zehn Millionen jährlich. Diese Investitionen müssten im stationären Bereich wieder hereingeholt werden, erklärt Töngi. Eventuell würden einige Kleinstniederlassungen geschlossen, während in städtische Gebieten Neueröffnungen geplant seien. "Die Raiffeisen wird aber nie zur reinen Internet-Bank werden", versichert Töngi.

Die RBA-Holding der Regionalbanken, deren Kunden bereits seit einiger Zeit den Zahlungsverkehr über das Netz erledigen können, will im Mai ins Internet-Brokerage einsteigen. "Sonst würden wir Kunden verlieren", zeigt sich Marketing-Leiter Peter Blum überzeugt. Das Net-Banking wird laut Blum vor allem von ihrem wichtigen Kundensegment KMU, den kleinen und mittleren Unternehmen, sehr stark genutzt. "Es ist eine Dienstleistung, die man anbieten muss, die sich aber nicht gross lohnt", sagt Blum.

Ähnlich tönt es bei der Migros-Bank, die ab April auch Börsengeschäfte übers Internet anbieten will. Sorgen machen dem Geschäftsleiter Erich Hort vor allem die tiefen Preise. "Am Schluss ist es so billig, dass man nichts mehr daran verdient", sagt er. Das Internet-Angebot müsse mit grossem Aufwand dauernd auf den neusten Stand gebracht werden, was sich kleine oder mittlere Banken bald nicht mehr leisten könnten. Die grossen Umsätze an der Börse hätten viele blind gemacht in Bezug auf das Verhältnis von Kosten und Nutzen. "Irgendwann ist das Maximum erreicht", sagt Hort.

Enorme Investitionen

Anders tönt es bei den Grossbanken. So setzt die CS ohne Wenn und Aber auf die neue Technologie. Die Grossbank rechnet gemäss ihrer Sprecherin Ruth Stadelmann damit, dass im Jahr 2005 ein Viertel des Handels an der Schweizer Börse online erfolgen wird. Das im April 1999 lancierte Billig-Brokerage 'youtrade' der CS hat bis jetzt rund 11.000 Kunden. 170.000 Kunden erledigen ihre klassischen Geschäfte übers Internet oder mittels Telebanking.
Bei der ZKB nutzen von den insgesamt 900.000 Kunden 32.000 das Internet-Angebot. 20 Prozent der Klientel erledigt den Zahlungsverkehr, fünf Prozent die Börsenaufträge online. Bisher wurden 17 Millionen Franken in den Bereich investiert, das diesjährige Budget liegt bei fünf Millionen.
Die UBS hält laut der Sprecherin Sibylle Thali mit rund 200.000 Kunden im 24-Stunden-Banking 50 Prozent Marktanteil bezogen auf alle online getätigten Zahlungs- und Börsentransaktionen. In den Aufbau dieser Dienste hat die Bank rund 50 Millionen Franken investiert. Die Amortisierung dieser Aufwendungen dürfte laut Thali allerdings einige Jahre dauern. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf vier bis fünf Millionen Franken; in die Weiterentwicklung werden zweistellige Millionenbeträge investiert.

SRI und Agenturen

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