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Jazz Festival Montreux 2000 war ein Erfolg

Sänger Ian Gillan trat am Samstag mit Deep Purple in der Stravinski-Halle auf. Keystone

Obwohl es an neun von 16 Musiktagen regnete, wurde das 34. Jazz Festival Montreux zum Erfolg. 200'000 Besucher und rund 80'000 verkaufte Tickets liessen Festivaldirektor Claude Nobs strahlen.

Dieser Inhalt wurde am 23. Juli 2000 - 15:07 publiziert

"Als wir mit dem Festival anfingen, hatten wir in drei Tagen so viele Zuschauer wie heute Mitarbeiter, nämlich 1200.", erklärte Nobs. Mit Deep Purple, Henry Rollins und Gilles Peterson feierte man am Genfersee bis früh am Sonntagmorgen.

Jazz eher randständig

Der Jazz als solches spielte auch in der 34. Austragung des Musikfests eine eher randständige Rolle. Immerhin gab es beim exzentrischen Auftritt Keith Jarretts sowie an den Konzerten von Pat Metheny oder George Benson mit Diana Krall genügend Freiräume für die Improvisation.

Nebst vielen lauten (Henry Rollins, Leftfield, The Groove Armada) gab es auch viele leise und besinnliche Momente (Ryuichi Sakamoto, Misia, Meshell Ndegéocello).

Überraschend waren die Auftritte von eher in Vergessenheit geratenen Popkünstlern wie Lionel Richie, Huey Lewis oder Candy Dulfer, die zwar wenig Neues präsentierten, sich dafür aufgrund ihrer sympathischen Shows feiern liessen.

Und auch wenn Altherren wie Deep Purple, die am Sonntag (23.07.) in den Morgenstunden mit dem 14-jährigen Junggitarristen Nawfel im Schlepptau begeisterten, oder Al Jarreau und B. B. King für ausverkaufte Konzerte sorgen, muss man dennoch nicht um die Musik der Zukunft fürchten.

Avantgarde in der Miles-Davis-Halle

Die Avantgarde findet sich traditionsgemäss in der kleinen Miles- Davis-Halle ein und zelebriert das Erbe des genialen und stets Trends setzenden Trompeten-Meisters, der dem Konzertsaal und auch dem Festival einst zu seinem schillernden Namen verhalf.

Die Band um den norwegischen Trompeter Nils Petter Molvaer etwa vermischte Jazz mit flimmerndem Drum'n'Bass dermassen kraftvoll, dass Miles sicherlich seine Freude gehabt hätte. Lamb mischten Rock mit Techno, Everything But The Girl Pop mit House und die Jugend hatte Freude an durchtanzten Nächten.

So kam jeder auf seinen Geschmack, und Nobs bedient bekanntlich seit Jahren ein stets freudig wiederkehrendes Publikum. Das ist schon viel in Zeiten, in denen andere Festivals um ihr Überleben bangen. Deshalb verwundert auch die Vorfreude auf die 35. Austragung vom 6. bis 21. Juli 2001 nicht.

swissinfo und Agenturen

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