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Jugendsession: Bessere Integration von Minderheiten

Jugendliche diskutieren an der Jugendsession mindestens so ernsthaft wie ihre gewählten "Kolleginnen und Kollegen".

(Keystone)

Die am Samstag abgeschlossene Jugendsession fordert von Bundesrat und Parlament griffigere Massnahmen zur Integration von Ausländern in der Schweiz.

Mit unabhängigen Anlaufstellen in den Kantonen solle zudem Rassismus bekämpft werden.

Die 200 Jugendlichen, die an der dreitägigen eidgenössischen Jugendsession im Berner Bundeshaus teilnahmen, fordern Bundesrat und Bundesversammlung auf, einen verbesserten Status für Sans-Papiers in der Schweiz zu schaffen. Dazu gehöre die Gewährleistung von Grundrechten und ein beschränkter Anspruch auf Sozialhilfe.

Weil die Sprache für die Integration von Ausländerinnen und Ausländern wesentlich sei, sollen zudem Migrantinnen und Migranten vermehrte Möglichkeiten erhalten, die jeweilige Landessprache zu erlernen.

Dazu könne der Fonds "Projekte gegen Rassismus und für Menschenrechte" des Eidgenössischen Departementes des Innern herangezogen werden, wie die Organisatoren zum Abschluss der Veranstaltung mitteilten.

Wirksamer gegen Rassismus in der Schweiz wollen die Teilnehmer der Jugendsession mit juristisch unabhängigen Anlaufstellen vorgehen, welche die Kantone schaffen sollen. Gefordert wird ferner von der Bundesversammlung ein Verbot "jeglicher Symbole, welche den Nationalsozialismus und den Faschismus öffentlich verherrlichen".

Einbürgerungen und Dialog der Generationen

Vom Bundesrat verlangen die Jugendlichen auch, sich für einen nationalen Minimalkonsens zur Einbürgerungspraxis einzusetzen. Zudem soll der Beitrag für die Entwicklungshilfe auf 0,7% des Bruttonationaleinkommens heraufgesetzt werden.

Die Regierung soll sich auch für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den Generationen stark machen. Zur Bekämpfung der Armut fordern die Jugendlichen von der Bundesversammlung direkte finanzielle Zuschüsse für Familien.

Schwindender Idealismus

Zum Abschluss der 12. eidgenössischen Jugendsession unterstrich Nationalratspräsident Yves Christen (FDP/VD) die Rolle der Jugendlichen in der Politik. Sie seien wichtig, da die reifen Politiker ihren Idealismus verloren hätten. Er rief die Jugendlichen auch auf, sich nicht von Werbung und politischer Propaganda beeinflussen zu lassen, sondern selbst zu denken und kritisch zu bleiben.

Die Plenarsitzung am Samstagmorgen im Nationalratssaal hatte die frisch gewählte 28-jährige Berner Nationalrätin Christa Markwalder (FDP) eröffnet. Die Teilnehmer der Jugendsession seien der politische Nachwuchs der Schweiz und würden über die Zukunft bestimmen, würdigte sie das Interesse der Jugendlichen.

Die diesjährige dreitägige Jugendsession war am Donnerstag von Bundesrätin Ruth Metzler eröffnet worden. Sie ermunterte die rund 200 Teilnehmenden, sich weiter zu engagieren und ihre Meinung offen zu vertreten. Die Jugendsession als solche trage einen wesentlichen Teil zur Förderung der Jugendpartizipation bei.

Grösster jugendpolitischer Anlass

Die Jugendsession gilt als grösster jugendpolitischer Anlass der Schweiz. Jährlich melden sich rund 300 Jugendliche an. Die Session ist eine Plattform, auf der sich die Nachwuchspolitikerinnen und- Politiker an politische Themen heranwagen, sie diskutieren und demokratische Prozesse hautnah erleben.

Im Vorfeld der Session hatten regionale Jugendsession in Zürich, Lausanne, Thun und Bellinzona stattgefunden. Die eidgenössische Jugendsession verfügt über ein Budget von 230'000 Franken.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

In den Jugendsessionen wollen sich junge Menschen in der Schweiz Gehör verschaffen und auf jugendpolitische Anliegen aufmerksam machen.

Die 12. Jugendsession überwies zehn Petitionen; eine Petition wurde vom Plenum abgelehnt.

Die Teilnehmer fordern eine bessere Integration von Ausländern, mehr Anstrengungen zur Integration Behinderter sowie Massnahmen gegen Rassismus und Armut.

Die Petitionen sind für Bundesrat und Parlament nicht verpflichtend, d.h. sie müssen sich nicht damit befassen.

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