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Junge Sportler als künftige Global Players

Schülerinnen und Schüler des Sport-Gymnasiums Davos. swissinfo.ch

Die Schüler am Davoser Sport-Gymnasium sind noch Nachwuchs-Hoffnungen, aber bereits Teil des globalen Sportmarktes.

Dieser Inhalt wurde am 28. Januar 2005 - 16:28 publiziert

"Freude herrscht" für Adolf Ogi: Nicht nur Roger Federer, auch die Sport-Gymasiastinnen und -Gymnasiasten sind Botschafter des UNO-Jahres des Sports.

Das Davoser Kongresszentrum gleicht momentan einem Bienenhaus, wo die Bosse von international tätigen Unternehmen unter scharfem Polizeischutz unablässig ein- und ausgehen.

Im Sport-Gymnasium Davos ist der Betrieb zwar ebenfalls lebendig, von der Hektik des Weltwirtschafts-Forums (WEF) ist aber am südlichen Dorfausgang kaum etwas zu spüren.

Dabei haben die Global Leaders und die jungen Sportlerinnen und Sportler vieles gemein: Beide sind (oder werden) Unternehmer, die auf der Weltbühne agieren. Bei beiden zählen Wille, Disziplin und Ausdauer.

Am Erfolg gemessen

Und ihnen gemein ist vor allem, dass sie gänzlich auf das Ziel Erfolg fokussiert sind. Und von Markt und Öffentlichkeit vorrangig an diesem gemessen werden.

Für swissinfo Anlass, sich mit 18-jährigen Schülerinnen und Schülern des Sport-Gymers unter anderem über ihre Rolle als künftige Global Players in der Welt des Sports zu unterhalten.

Globaler Wettbewerb auf lokaler Ebene

Bereits die Sponsorfrage zeigt, dass die Davoser Nachwuchs-Hoffnungen persönliche Ziele eines hart umkämpften globalen Wettbewerbs sind: "Hier müssen wir die Kleider vom Schulsponsor adidas tragen, während wir auf Verbandsebene von Nike ausgerüstet werden und dessen Kleider tragen müssen", erklärt Eishockey-Spieler Fabrizio.

Für ihn wie auch seine Kollegen, die fix in den Nachwuchs-Teams des Hockey-Clubs Davos mitspielen, gehört deshalb das "Switchen" zwischen den beiden grössten Sportausrüstern der Welt zum Alltag.

Trainings und Wettkämpfe rund um die Welt

Die jungen Sportlerinnen und Sportler haben in Trainingslagern und Wettkampf bereits gelernt, sich auf dem Globus zu Recht zu finden. "Ich war schon in Florida, Dänemark und Südafrika", sagt die Golferin Fabienne.

Vor allem im südlichen Afrika habe sie während der Wintersaison optimale Trainingsbedingungen vorgefunden, während die Saison hier nur kurz dauere. Dabei verzichtet sie auf einen Sponsor. "Das bringt nur zusätzlichen Druck", so Fabienne.

Traum NHL

Hockeyspieler Tobias möchte sich erst in der Nationalliga A etablieren, würde aber natürlich am liebsten in der nordamerikanischen National Hockey League (NHL), der prestigeträchtigsten Meisterschaft der Welt, spielen. "Wenn ich gedraftet würde, würde ich überall spielen."

Jöri hat auf seinen Langlaufskis bereits Finnland und Norwegen kennen gelernt, die Wiege des nordischen Skisports. Während eines Jahres weilte er auch an einem Skigymnasium in Schweden.

"Dort lernte ich eine andere Mentalität kennen, die Leute lassen alles viel ruhiger angehen." Training sei das Wichtigste, viel wichtiger als die Schule, sagt er mit einem Schmunzeln Richtung Lehrer.

Schule des Lebens

Das vom Schweizer alt Bundesrat Adolf Ogi initiierte UNO-Jahr des Sports 2005 weist laut den Sportschülern in die richtige Richtung.

Jugendliche in armen Ländern, so die Vision Ogis, sollen dank Sport selbstständig und selbstbewusst werden, um die Probleme in ihren Gesellschaften dereinst anpacken zu können. Sport soll so zu einem Motor für Frieden und Entwicklung werden.

"Der Sport kann einem sehr viel für das Leben geben", ist Jöris Kollegin Miriam überzeugt. "Man hat immer Hochs und Tiefs, und man lernt, um etwas zu kämpfen." Mit dem Sport lebe man nicht in den Tag hinein, sondern müsse Training und Wettkämpfe planen, so die Langläuferin.

Andere Kulturen kennen lernen

"Sport ist eine gute Möglichkeit, Spannungen unter den Völkern zu mindern", betont Snowboarder Joel. Treffe man sich zu einem Event, lerne man andere Kulturen kennen und respektieren und so über die eigenen Grenzen hinaus zu denken.

Skirennfahrerin Martina streicht heraus, dass Sportler früh Verantwortung tragen müssen: "In den Trainingslagern, ohne Eltern, muss ich alles selbst organisieren. Und die Schule bedingt viel Selbststudium."

Zur Selbstständigkeit gehört für Miriam, Entscheide zu treffen. "Mit Sport lernt man sich selbst am besten kennen, man weiss, was einem im Leben weiter bringt."

Man lerne, sich in einem Team zu integrieren und mit Niederlagen umzugehen und diese zu verarbeiten, so der Eishockeyspieler Gion.

Ogi kann sich freuen

Der verlorene Final um die Schweizer Eishockey-Meisterschaft seiner Altersklasse beispielsweise hatte ihn zwar sehr geschmerzt, war gleichzeitig aber auch Ansporn, noch besser zu werden.

Zu sportlichen Tiefschlägen gehören neben Niederlagen auch Verletzungen. Joel kann davon ein Lied singen. Kurz nach einem Gelenkbruch am Fuss hatte er sich sämtliche Bänder gerissen. "Man lernt, Geduld zu haben und die Zeit für etwas anderes zu nutzen, dann ist sie nicht verloren."

Um bei den Regierungen aller Länder für das UNO-Jahr des Sports 2005 zu werben, hat sich Adolf Ogi die Dienste des Schweizer Tennis-Champions Roger Federer als Botschafter gesichert.

Freuen kann sich der Sport-Visionär und Menschenfreund Ogi aber ebenso über die noch unbekannten Nachwuchs-Hoffnungen des Sportgymnasiums Davos, die seine Botschaft beherzt haben und in ihre Sportwelt tragen.

swissinfo, Renat Künzi in Davos

In Kürze

Das Sport-Gymnasium Davos ist eine Privatschule. Der Kanton Graubünden und weitere Kantone sowie Sponsoren leisten Beiträge.

Die Schüler bzw. Eltern haben Schulgeld, Internatskosten sowie einen Sportbeitrag zu berappen (gut 13'000 Franken pro Jahr).

Die 111 Schülerinnen und Schüler haben einen halben Tag Unterricht und einen halben Tag Training.

Die meisten stammen aus den Wintersport-Disziplinen Ski Alpin und Nordisch, Snowboard und Eishockey.

Es hat aber auch junge Golf- und Tennisspieler, Radfahrer sowie Judokas.

Davos ist zusammen mit Engelberg (nur Ski Alpin) die einzige Sport-Mittelschule der Schweiz.

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